USA warnt Kanada vor Zulassung chinesischer E-Autos
Die Trump-Administration kritisiert Kanadas Entscheidung scharf, bis zu 49.000 chinesische Elektrofahrzeuge zu importieren. US-Verkehrsminister Sean Duffy prognostiziert, dass Ottawa diese Entscheidung bereuen wird.

Die neue US-Regierung unter Präsident Donald Trump hat deutliche Kritik an Kanadas jüngster Handelsentscheidung geübt. US-Verkehrsminister Sean Duffy erklärte bei einer Veranstaltung in einem Ford-Werk in Ohio, dass Kanada seine Zustimmung zum Import von bis zu 49.000 chinesischen Elektrofahrzeugen bedauern werde. "Ich denke, sie werden auf diese Entscheidung zurückblicken und es sicherlich bereuen, chinesische Autos auf ihren Markt gebracht zu haben", so Duffy.
Hintergrund der kanadischen Entscheidung
Kanada hatte erst 2024 nach dem Vorbild der USA Strafzölle von 100 Prozent auf chinesische E-Fahrzeuge verhängt. Die nun erfolgte teilweise Öffnung des Marktes für eine begrenzte Stückzahl chinesischer Elektroautos markiert eine Kehrtwende in der Handelspolitik des nördlichen Nachbarn. Im Gegenzug soll China die Zölle auf kanadische Rapssaat bis zum 1. März auf etwa 15 Prozent senken.
Keine Auswirkungen auf US-Markt erwartet
US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer stellte klar, dass die chinesischen Fahrzeuge ausschließlich für den kanadischen Markt bestimmt seien. "Diese Autos gehen nach Kanada – sie kommen nicht hierher", betonte Greer. Er erwarte keine negativen Auswirkungen auf amerikanische Autoexporte nach Kanada durch die begrenzte Stückzahl von 49.000 Fahrzeugen.
Trotz dieser Einschätzung bezeichnete Greer Kanadas Entscheidung als "problematisch". Er verwies auf die strengen US-Zölle, die amerikanische Autoarbeiter vor chinesischer Konkurrenz schützen sollen. Die USA haben zudem im Januar 2025 verschärfte Cybersicherheitsvorschriften für vernetzte Fahrzeuge verabschiedet, die chinesischen Herstellern den Marktzugang erheblich erschweren.
Parteiübergreifende Ablehnung in den USA
Die Skepsis gegenüber chinesischen Fahrzeugen zieht sich durch beide großen US-Parteien. Der republikanische Senator Bernie Moreno aus Ohio machte bei der Veranstaltung seine Position unmissverständlich deutlich: "Solange ich atme, werden in den Vereinigten Staaten von Amerika keine chinesischen Fahrzeuge verkauft – Punkt." Seine Aussage erntete Applaus von den anwesenden Regierungsvertretern.
Widersprüchliche Signale aus Washington
Interessanterweise hatte Präsident Trump selbst erklärt, er würde chinesische Autohersteller in den USA willkommen heißen – allerdings nur, wenn diese ihre Fahrzeuge vor Ort produzieren. Diese Position steht im Kontrast zur harten Linie seiner Regierungsvertreter gegen Importe aus China.
Große US-Automobilhersteller wie Ford warnen seit Monaten vor der wachsenden Bedrohung durch chinesische Konkurrenz. Die heimische Autoindustrie fordert von der Regierung wirksame Schutzmaßnahmen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.
