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USA verstärken Einfluss in Peru vor wegweisenden Präsidentschaftswahlen

Washington sichert strategische Partnerschaft mit dem drittgrößten Kupferproduzenten der Welt – gegen wachsenden chinesischen Einfluss.

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USA verstärken Einfluss in Peru vor wegweisenden Präsidentschaftswahlen

Die USA unternehmen ihren entschlossensten Vorstoß seit Jahren, um ihren Einfluss in Peru zu sichern. Angeführt wird die Initiative vom neu ernannten US-Botschafter Bernie Navarro – und das kurz vor der ersten Runde der peruanischen Präsidentschaftswahlen, bei der mehr als 30 Kandidaten ohne klaren Favoriten antreten. Washington sieht in der politischen Umbruchphase eine strategische Chance.

Der Hintergrund ist klar: China hat die USA in den vergangenen zehn Jahren als dominierenden Handelspartner Perus abgelöst. Der chinesisch-peruanische Handel erreichte im vergangenen Jahr einen Rekordwert von 50 Milliarden US-Dollar – mehr als das Doppelte des US-amerikanisch-peruanischen Handelsvolumens von rund 19 Milliarden US-Dollar. Besonders im Bergbau und in der Infrastruktur hat Peking seinen Fußabdruck deutlich ausgebaut.

Kritische Mineralien im Fokus

Peru ist der weltweit drittgrößte Kupferproduzent und ein bedeutender Lieferant weiterer kritischer Mineralien, die in Halbleitern, Verteidigungssystemen und erneuerbaren Technologien eingesetzt werden. Für Washington ist der Zugang zu diesen Rohstoffen von strategischer Bedeutung – insbesondere im Kontext des globalen Wettbewerbs mit China um Lieferketten und Technologievorherrschaft.

Im Januar ernannte das Weiße Haus Peru zum sogenannten „Major Non-NATO Ally" – einem wichtigen Nicht-NATO-Verbündeten. Dieser Status vertieft die Verteidigungszusammenarbeit und erweitert den Zugang zu Handels- und Sicherheitsprogrammen. Bereits einen Tag nach dieser Ernennung genehmigte das US-Außenministerium ein Ausrüstungspaket zur Modernisierung eines Marinestützpunkts nahe dem Hafen von Callao.

Peruanische Beamte nahmen zudem im vergangenen Monat in Florida an einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump teil, um eine neue Koalition zur Bekämpfung lateinamerikanischer Drogenkartelle zu gründen. Parallel dazu konkurriert der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin mit Unternehmen aus Schweden und Frankreich um den Verkauf von Kampfflugzeugen an Peru.

„Die Beziehung zu den USA festigt sich wirklich", sagte Felipe James, Leiter der peruanischen Industriekammer, der im Februar mit Botschafter Navarro zusammentraf, um eine Arbeitsgruppe zur Förderung von Handel und Investitionen ins Leben zu rufen. Navarro betonte dabei die Transparenz und Zuverlässigkeit amerikanischer Unternehmen – statt auf schlichtes Handelsvolumen zu setzen.

Der Hafen Chancay als geopolitischer Streitpunkt

Ein zentrales Sorgenkind Washingtons ist der von China gebaute Megahafen Chancay nördlich von Lima, der von Cosco Shipping betrieben wird und Ende 2024 eingeweiht wurde. Der Hafen hat die Seereisezeiten nach Asien verkürzt und dient bereits als Transitknotenpunkt für Waren wie Elektrofahrzeuge, die für regionale Märkte bestimmt sind.

Die ehemalige Chefin des US Southern Command, General Laura Richardson, warnte, der Hafen könnte als „Tor" für chinesische Militär- und Geheimdienstaktivitäten in Südamerika dienen. Bemühungen peruanischer Behörden zur Stärkung der Regulierungsaufsicht wurden Anfang des Jahres blockiert, als ein Gericht zugunsten von Cosco entschied, dass Chancay eine private Investition sei. Gegen diese Entscheidung wurde Berufung eingelegt.

Botschafter Navarro sprach sich klar für Rechtssicherheit und eine stärkere öffentliche Sicherheit aus. „Die Vereinigten Staaten werden sich niemals in das Selbstbestimmungsrecht der Peruaner einmischen, aber es wird Stabilität benötigt", sagte er dem lokalen Radiosender RPP. Julia Torreblanca, Leiterin des Bergbau- und Energieverbands SNMPE, bestätigte: „Er hat sich klar für Rechtssicherheit und eine stärkere öffentliche Sicherheit ausgesprochen, um Investitionen anzuziehen."

Politische Instabilität als strukturelles Problem

Die politische Lage in Peru bleibt fragil. Seit 2018 hatte das Land acht Präsidenten – ein Umstand, der laut Analysten dazu beigetragen hat, dass chinesische Investitionen an Boden gewinnen konnten. „Es gibt eine Korrelation zwischen diesen letzten zehn Jahren politischer Instabilität und der Tatsache, dass mehr chinesische Investitionen nach Peru fließen konnten", sagte Martin Cassinelli vom Atlantic Council.

Peruanische Präsidenten sind oft mehr damit beschäftigt, Amtsenthebungsverfahren zu überstehen, als eine konsistente geopolitische Strategie zu verfolgen. Genau dieses Vakuum hat China genutzt. Ob die bevorstehenden Wahlen eine stabilere Regierung hervorbringen und Washington eine neue Chance bieten, bleibt angesichts des unübersichtlichen Kandidatenfeldes offen.

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