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Selenskyj warnt: Ukraine steht vor schwerem Frühjahr und Sommer

Militärischer und diplomatischer Druck auf Kiew dürfte bis September anhalten – Selenskyj fordert Wiederaufnahme trilateraler Friedensgespräche.

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Selenskyj warnt: Ukraine steht vor schwerem Frühjahr und Sommer

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eindringlich vor einer besonders schwierigen Phase für sein Land gewarnt. Die Frühjahrs- und Sommermonate würden die Ukraine sowohl auf dem Schlachtfeld als auch auf diplomatischer Ebene stark belasten. „Ich glaube, dass es für uns bis September sehr schwierig sein wird", erklärte Selenskyj in Äußerungen, die sein Büro am Freitag veröffentlichte.

Selenskyj sprach von einem doppelten Druck: Einerseits erwartet er verstärkte russische Militäraktionen entlang der mehr als 1.200 Kilometer langen Frontlinie. Andererseits sieht er die Ukraine zunehmend unter politischem Druck, Kompromisse im Friedensprozess einzugehen. „Diese Frühjahrs- und Sommerperiode wird politisch und diplomatisch recht schwierig werden. Es könnte Druck auf die Ukraine ausgeübt werden", so der Präsident.

Partner bitten Kiew, Angriffe auf russischen Ölsektor zu drosseln

Ein zentrales Thema in Selenskyjs Ausführungen war die ukrainische Strategie, russische Energieinfrastruktur gezielt anzugreifen. In den vergangenen Wochen hat das ukrainische Militär die Verantwortung für mehr als ein Dutzend Angriffe auf russische Ölanlagen übernommen. Besonders bedeutsam waren dabei die Schläge gegen die russischen Ostseehäfen Ust-Luga und Primorsk – die größten Erdölexportknotenpunkte Russlands.

Hintergrund dieser Strategie ist der Versuch, Russlands Öleinnahmen zu schmälern. Moskau profitierte zuletzt von stark gestiegenen Weltmarktpreisen infolge des Iran-Krieges sowie von einer vorübergehenden Lockerung der US-Sanktionen. Im März hatten die USA eine 30-tägige Ausnahmeregelung erteilt, die es Ländern ermöglichte, sanktioniertes russisches Öl und Erdölprodukte zu kaufen, um die durch den Iran-Krieg erschütterten globalen Energiemärkte zu stabilisieren.

Selenskyj räumte ein, dass Partner der Ukraine ihn gebeten hätten, die Angriffe auf russische Ölanlagen zu reduzieren – insbesondere während der Blockade der Straße von Hormus durch den Iran. Er habe jedoch geantwortet, dass russisches Öl keinen signifikanten Einfluss auf den Weltmarkt habe. Die Partner nannte er nicht namentlich.

Bedingungen für eine Deeskalation

Selenskyj machte deutlich, unter welchen Bedingungen die Ukraine bereit wäre, ihre Angriffe auf russische Energieanlagen einzustellen. „Die Russen haben nun erhebliche Probleme mit einigen ihrer Anlagen. Nach jedem Angriff auf unseren Energiesektor antworten wir – und das ist völlig fair. Wenn die Russen wollen, dass dies aufhört, müssen sie ihre Angriffe einstellen, und dann werden wir entsprechend handeln."

Für eine Deeskalation fordert Selenskyj zudem die Wiederaufnahme trilateraler Friedensgespräche unter Vermittlung Washingtons. Drei Runden solcher Gespräche in diesem Jahr haben bislang keine nennenswerten Fortschritte gebracht. Die Ukraine weigert sich, der russischen Forderung nachzugeben, die verbleibenden Gebiete der östlichen Donbass-Region abzutreten, die Moskau bisher nicht militärisch erobern konnte.

Selenskyj räumte ein, dass die USA derzeit zögerten, dem Friedensprozess deutlich mehr Zeit zu widmen. Er äußerte jedoch die Hoffnung, dass nach dem am Dienstag angekündigten zweiwöchigen Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran die US-Sanktionen gegen russisches Öl wieder vollständig in Kraft gesetzt würden. Entlang der Frontlinie toben derweil weiter Kämpfe, und beide Seiten verstärken ihre Drohnenangriffe auf Ziele fernab der Front.

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