USA und Iran verhandeln im Oman über Atomabkommen
Teheran besteht auf Fokussierung der Gespräche, während US-Truppenaufstockung Spannungen verschärft

Die USA und der Iran führen am Freitag im Oman Gespräche über das iranische Atomprogramm. Teheran hatte einen Ortswechsel von der Türkei in den Golfstaat beantragt, um die Verhandlungen strikt auf nukleare Fragen zu beschränken. Dies berichtete ein regionaler Beamter unter Berufung auf iranische Forderungen.
Der Iran will verhindern, dass die Diskussionen auf sein ballistisches Raketenprogramm ausgeweitet werden. Teheran bezeichnet dieses Thema als rote Linie und hat klargestellt, bei seinem Raketenprogramm – einem der größten im Nahen Osten – keine Zugeständnisse zu machen. Das Land gibt an, seine Raketenbestände nach israelischen Angriffen im vergangenen Jahr wieder aufgefüllt zu haben.
Die Gespräche finden vor dem Hintergrund wachsender militärischer Spannungen statt. Die USA haben ihre Truppenpräsenz im Nahen Osten verstärkt, was die Sorge vor einer militärischen Konfrontation schürt. Der regionale Beamte erklärte, Washington habe ursprünglich weitere Themen auf die Tagesordnung setzen wollen, während Teheran von Anfang an auf eine Beschränkung auf das Atomprogramm bestand.
Zwischenfälle erhöhen Eskalationsrisiko
Die angespannte Lage zeigt sich in jüngsten Vorfällen: Die USA schossen am Mittwoch eine iranische Drohne ab, zudem näherten sich bewaffnete iranische Boote einem unter US-Flagge fahrenden Schiff in der strategisch wichtigen Straße von Hormus. Diese Ereignisse ließen die Ölpreise steigen und verstärkten die Befürchtungen einer Eskalation zwischen den beiden Ländern.
US-Präsident Donald Trump warnte bereits, dass "schlimme Dinge" passieren könnten, falls keine Einigung erzielt werde. Der Iran seinerseits hat erklärt, seine Raketen zur Verteidigung einzusetzen, sollte die Sicherheit der Islamischen Republik bedroht sein. Die Fortsetzung früherer Gesprächsrunden im Oman gilt als Versuch beider Seiten, eine Deeskalation zu erreichen.
