USA und China planen Gespräch in Genf
Erste hochrangige Begegnung im Zollstreit soll Deeskalation einleiten und Themen abstecken

Im anhaltenden Zollstreit zwischen den Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China ist ein erstes hochrangiges Gespräch angesetzt worden. Die Begegnung soll am kommenden Wochenende in Genf stattfinden. Wie das US-Finanzministerium mitteilte, wird Finanzminister Scott Bessent am 8. Mai in die Schweiz reisen, um dort mit einem führenden chinesischen Wirtschaftsvertreter zusammenzutreffen. Auch der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer werde an den Gesprächen teilnehmen. Angaben dazu, mit welchem Vertreter der chinesischen Seite genau gesprochen werde, machte das Ministerium nicht.
Von chinesischer Seite wurde das Treffen ebenfalls bestätigt. Laut dem chinesischen Handelsministerium und Staatsmedien wird Vize-Ministerpräsident He Lifeng nach Genf reisen, um Bessent zu treffen. Die chinesische Regierung habe sich zu diesem Schritt entschlossen, nachdem globale Erwartungen, eigene Interessen sowie die Appelle der US-Wirtschaft und amerikanischer Verbraucher berücksichtigt worden seien. Ziel sei es, den Dialog mit der US-Regierung aufzunehmen.
Finanzminister Bessent äußerte sich im Vorfeld zuversichtlich und betonte, dass er sich auf produktive Gespräche freue. Es gehe darum, das internationale Wirtschaftssystem wieder ins Gleichgewicht zu bringen und die Interessen der Vereinigten Staaten besser zu vertreten. In einem Interview erklärte er, dass bei dem Treffen zunächst geklärt werden müsse, über welche Themen man überhaupt sprechen wolle. Er gehe davon aus, dass es zunächst um Deeskalation gehe und nicht um ein umfassendes Handelsabkommen. Eine Deeskalation sei die Voraussetzung für weiterführende Schritte.
US-Präsident Donald Trump hatte zuvor Einfuhrzölle von bis zu 145 Prozent auf Waren aus China verhängt. Die chinesische Regierung reagierte darauf mit eigenen Zollerhöhungen auf US-Produkte, die bis zu 125 Prozent erreichten. Darüber hinaus verschärfte China die Ausfuhrbeschränkungen für strategisch bedeutende Mineralien und stellte die Einfuhr zahlreicher US-Agrarprodukte ein.
In den vergangenen Wochen hatte Trump widersprüchliche Aussagen zu möglichen Gesprächen mit China gemacht. Während er öffentlich angab, es gebe einen Austausch mit Peking, wurde diese Darstellung vom chinesischen Außenministerium dementiert. Die geplanten Gespräche in Genf stellen somit einen ersten konkreten Schritt in einem festgefahrenen Konflikt dar, der internationale Handelsstrukturen erheblich belastet.
