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Freihandelsabkommen zwischen Großbritannien und Indien steht

Zölle auf Whisky und Textilien sinken – Hoffnung auf mehr bilateralen Handel

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 Freihandelsabkommen zwischen Großbritannien und Indien steht

Großbritannien und Indien haben sich auf ein Freihandelsabkommen geeinigt, das nach über drei Jahren intensiver Verhandlungen zustande kam. Das Abkommen wurde ursprünglich unter dem damaligen Premierminister Boris Johnson angestoßen, geriet aber durch innenpolitische Entwicklungen und Wahlkämpfe zwischenzeitlich ins Stocken. Insgesamt wurden 13 Verhandlungsrunden geführt, bevor nun unter Premierminister Keir Starmer eine Einigung erzielt werden konnte. Die britische Regierung bezeichnet das Abkommen als Meilenstein, insbesondere im Hinblick auf die wirtschaftspolitische Neuausrichtung nach dem Brexit.

Zentraler Bestandteil des Abkommens ist die Senkung von Einfuhrzöllen auf eine Vielzahl von Produkten. Besonders betroffen sind Whisky, Kosmetika, Medizinprodukte sowie Auto- und Flugzeugteile aus Großbritannien. Die Einfuhrzölle auf britischen Whisky und Gin sollen von bislang 150 Prozent auf zunächst 75 Prozent gesenkt werden. In einem Zeitraum von zehn Jahren ist eine weitere Reduktion auf 40 Prozent vorgesehen. Indien profitiert im Gegenzug unter anderem von reduzierten Zöllen auf Textilien und Bekleidung.

Indien gilt als einer der weltweit größten Märkte für Whisky. Entsprechend hoch sind die Erwartungen der britischen Spirituosenbranche an das neue Abkommen. Mark Kent, Vorstandschef der Scotch Whisky Association, sprach von einer möglichen Steigerung der Exporte nach Indien um bis zu eine Milliarde Pfund innerhalb der nächsten fünf Jahre. Der indische Premierminister Narendra Modi erklärte, das Abkommen sei ambitioniert und bringe beiden Seiten wirtschaftliche Vorteile.

Im vergangenen Jahr belief sich das Handelsvolumen zwischen Großbritannien und Indien auf 41 Milliarden Pfund. Mit dem Freihandelsabkommen wird eine Steigerung des bilateralen Handels um jährlich 25,5 Milliarden Pfund erwartet. Für Großbritannien ist das Abkommen von besonderer Bedeutung, da es bislang nicht gelungen ist, ein eigenes Handelsabkommen mit den USA abzuschließen. Die von der US-Regierung unter Präsident Donald Trump eingeführten Strafzölle treffen unter anderem die britische Autoindustrie.

Das neue Abkommen soll eine wirtschaftliche Annäherung fördern und Impulse für beide Volkswirtschaften setzen. Für Großbritannien stellt es einen wichtigen Schritt dar, die eigenen Handelsbeziehungen nach dem EU-Austritt unabhängiger und breiter aufzustellen. Auch Indien verspricht sich durch den erleichterten Marktzugang neue wirtschaftliche Perspektiven.

IndienGroßbritannienHandelZölleKonjunktur

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