USA und China im Kampf um Mikrochips und die Rolle Taiwans
Sanktionen, Importabhängigkeit und Taiwan: Herausforderungen im Technologiekampf zwischen den USA und China

Die USA setzen seit Monaten auf Sanktionen, um China daran zu hindern, moderne Mikrochips zu importieren und herzustellen. Diese Chips sind von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung von Technologien wie Künstlicher Intelligenz, Raumfahrt und Militär. Auch die Niederlande und Japan haben sich den Sanktionen angeschlossen.
China ist derzeit noch nicht in der Lage, High-Tech-Mikrochips selbst herzustellen und ist daher auf Importe angewiesen. Wie stark beeinflussen die Sanktionen China tatsächlich? Und welche Rolle spielt die demokratisch regierte Insel Taiwan?
Die Preise für Chips haben sich mehrfach verdoppelt. In der südchinesischen Technologiemetropole Shenzhen, die oft als "chinesisches Silicon Valley" bezeichnet wird, experimentieren und produzieren zahlreiche Hightech-Start-ups. Einige von ihnen, wie das Unternehmen Elephant Robotics, nutzen Mikrochips aus dem Ausland. Die Preise für diese Chips haben sich aufgrund der US-Sanktionen mehrmals verdoppelt, was zu erheblichem finanziellen Druck geführt hat.
Die USA haben seit Oktober letzten Jahres Exportbeschränkungen verhängt, um China vom Import und der Produktion modernster Mikrochips abzuhalten. Dies soll insbesondere verhindern, dass China solche Chips für militärische Zwecke und Künstliche Intelligenz einsetzt. Die größte Herausforderung für China besteht darin, die Maschinen zur Chipproduktion aus dem Ausland zu ersetzen. Ohne diese Maschinen ist die Herstellung der Chips nicht möglich.
Experten sind der Meinung, dass China trotz der Sanktionen Wege finden wird, mit ihnen umzugehen. Es ist zwar möglich, ältere Chips für viele Anwendungen zu verwenden, aber dafür sind mehr Strom, Ressourcen und Geld erforderlich. Internationale Beobachter glauben jedoch, dass es fraglich ist, ob China jemals den Vorsprung des Westens einholen kann, da auch die Konkurrenz kontinuierlich fortschreitet.
Taiwan ist für die Produktion von 90 Prozent der fortschrittlichsten Mikrochips verantwortlich. China betrachtet Taiwan als eigenes Staatsgebiet und droht der demokratisch regierten Insel immer wieder mit militärischer Gewalt. Die Experten sind der Meinung, dass die Hochleistungs-Chips Taiwan bis zu einem gewissen Grad vor einer militärischen Konfrontation schützen könnten. Eine Blockade der Lieferketten in der Taiwanstraße würde alle, einschließlich der USA, wirtschaftlich beeinflussen, da sie Taiwan militärisch unterstützen.
Trotzdem sind weder China noch die USA nach Einschätzung der Experten bereit für eine militärische Auseinandersetzung. Beide Seiten sind sich bewusst, dass sie ihre militärische Ausrüstung weiter verbessern müssen, um sicherzustellen, dass sie einen Krieg gewinnen können. Dennoch warnen Beobachter vor vermehrten Zwischenfällen, wie dem Vorfall Anfang Juni, als ein chinesisches Kriegsschiff einen US-Zerstörer in der Straße von Taiwan abdrängte. Solche Zwischenfälle könnten zu einer unbeabsichtigten Eskalation führen.
