Milliardenschwere Beihilfen: EU fördert Mikroelektronik und Chips
Verringerung der Abhängigkeit von China und den USA

Die Europäische Union hat ein milliardenschweres Beihilfe-Programm genehmigt, um die Entwicklung von Mikroelektronik und Chips in Europa voranzutreiben und die Abhängigkeit von China und den USA zu verringern. Die EU-Kommission bezeichnet Mikrochips als "das Rückgrat der Wirtschaft" und betont die Notwendigkeit, Europas Fähigkeiten in diesem Bereich zu stärken. Durch das Programm, das im Rahmen des "Important Projects of Common European Interest" (IPCEI) initiiert wird, werden Beihilfen in Höhe von 8,1 Milliarden Euro bereitgestellt. Private Unternehmen sollen zusätzlich bis zu 13,7 Milliarden Euro investieren, was eine Gesamtinvestition von rund 21,8 Milliarden Euro ergibt.
Deutsche Unternehmen profitieren von dem Programm, das auch zahlreiche Projekte und Partner in Deutschland unterstützt. Insgesamt sind 31 Halbleiterprojekte in 11 Bundesländern beteiligt. Diese Förderung zielt darauf ab, deutsche Unternehmen bei der Entwicklung von innovativen Produktionsanlagen, Fertigungsstätten und Halbleiterchips zu unterstützen. Die Investitionen deutscher Unternehmen belaufen sich auf mehr als zehn Milliarden Euro, wovon rund vier Milliarden Euro durch staatliche Förderung bereitgestellt werden.
Die geförderten Projekte umfassen große Unternehmen wie Infineon und Bosch, aber auch kleine und mittelständische Unternehmen sowie Start-ups. Standorte in Bayern und Sachsen sind besonders stark vertreten. Die Förderung soll zur Schaffung neuer Arbeitsplätze beitragen und die Widerstandsfähigkeit des Mikroelektronik-Standorts Deutschland stärken.
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck begrüßte die Entscheidung der EU-Kommission und bezeichnete die Projekte als wichtigen Meilenstein für die Mikroelektronik in Deutschland. Das Ziel besteht darin, moderne Chip-Fabriken aufzubauen und leistungsfähigere Komponenten zu entwickeln. Durch die Förderung sollen auch neue Arbeitsplätze geschaffen werden.
Die EU-Offensive im Bereich der Mikroelektronik ist bereits die zweite ihrer Art. Bereits 2018 wurde ein ähnliches Programm genehmigt, von dem unter anderem Bosch und Carl Zeiss profitierten. Die EU setzt sich das Ziel, ihren weltweiten Marktanteil im Halbleiterbereich auf 20 Prozent zu verdoppeln. Allerdings sind die Förderungen in China und den USA noch aggressiver, und auch andere Länder wie Taiwan, Südkorea und Japan werben intensiv um die Branche. Die EU-Kommission muss wichtige nationale Förderprojekte genehmigen, um fairen Wettbewerb zwischen den EU-Staaten sicherzustellen.
