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USA fördern SandboxAQ mit 500 Millionen Dollar für Chip-Materialien

Das von Nvidia unterstützte KI-Startup SandboxAQ erhält massive US-Staatsförderung für neue Halbleitermaterialien und PFAS-Alternativen.

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USA fördern SandboxAQ mit 500 Millionen Dollar für Chip-Materialien

Die US-Regierung hat dem Startup SandboxAQ am Mittwoch eine Förderung in Höhe von 500 Millionen Dollar zugesprochen. Ziel ist die Entwicklung neuer Chemikalien und Materialien für die heimische Halbleiterfertigung – darunter Alternativen zu sogenannten PFAS-Chemikalien sowie Ersatzstoffe für Importe seltener Erden. Die Förderung stammt aus dem US-Handelsministerium und ist Teil der Initiative von Präsident Donald Trump, Forschungsgelder im Rahmen des CHIPS Act zu vergeben.

Das CHIPS-Programm hatte zuvor bereits 150 Millionen Dollar in neue Werkzeuge zur Chipherstellung sowie 2 Milliarden Dollar in das Quantencomputing investiert. Mit der neuen Förderung für SandboxAQ setzt die Trump-Regierung ihren Kurs fort, die amerikanische Halbleiterindustrie unabhängiger von ausländischen Lieferketten zu machen – ein strategisches Ziel, das angesichts globaler Spannungen und Lieferengpässe zunehmend an Bedeutung gewinnt.

SandboxAQ: KI für die physische Welt

SandboxAQ ist kein gewöhnliches KI-Unternehmen. Das Startup, das von Nvidia unterstützt wird, wurde im April 2025 mit 5,75 Milliarden Dollar bewertet und hat bis heute mehr als 1 Milliarde Dollar eingesammelt. Anders als klassische KI-Systeme, die mit menschlicher Sprache oder Computercode trainiert werden, nutzt SandboxAQ physikbasierte Daten und Ergebnisse realer Experimente als Grundlage seiner Modelle.

Diese Herangehensweise hat das Unternehmen bisher in Bereichen wie der Biotechnologie und bei Quantennavigationssensoren als GPS-Ersatz eingesetzt. Nun expandiert SandboxAQ in den Bereich Chemikalien und Materialien für die Chipherstellung – ein Schritt, der durch die staatliche Förderung maßgeblich beschleunigt wird.

Der Vertrag mit dem Handelsministerium beauftragt SandboxAQ mit der Suche nach kommerziell nutzbaren Materialien in vier Schlüsselbereichen:

PFAS-Ersatzstoffe

: Alternativen zu den sogenannten „Ewigkeitschemikalien", die in der Chipherstellung eingesetzt werden, aber dauerhaft in der Umwelt verbleiben können -

Katalysatoren

: Neue Substanzen zur Beschleunigung chemischer Reaktionen in der Fertigung -

Permanentmagnete

: Magnete für Chipfertigungsanlagen, die ohne Seltene Erden aus China oder anderen ausländischen Quellen auskommen -

Batterien

: Energiespeicher für Chipanlagen, ebenfalls frei von kritischen Importmineralien

PFAS im Fokus: Umwelt und Industrie zugleich

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf PFAS-Chemikalien. Diese sind für die Herstellung von Halbleitern unverzichtbar, verbleiben jedoch aufgrund ihrer extrem stabilen chemischen Bindungen dauerhaft in der Umwelt – daher der Begriff „Ewigkeitschemikalien". SandboxAQ will sowohl Ersatzstoffe entwickeln als auch Methoden erforschen, um PFAS in weniger schädliche Verbindungen zu zersetzen, wenn ein vollständiger Ersatz nicht möglich ist.

CEO Jack Hidary erklärte gegenüber Reuters: „Wenn man sich die vielen Schritte der Halbleiterfertigung ansieht, gibt es im gesamten Arbeitsablauf Möglichkeiten, sowohl alternative Chemikalien zu wählen, die PFAS überflüssig machen, als auch PFAS dort, wo sie dennoch entstehen, direkt vor Ort zu zersetzen, bevor sie in die Umwelt gelangen."

Staatsbeteiligung und Lizenzmodell

Als Teil der Fördervereinbarung wird das US-Handelsministerium eine Minderheitsbeteiligung an SandboxAQ übernehmen. Hidary lehnte es ab, die genaue Höhe der staatlichen Beteiligung offenzulegen, betonte jedoch, dass diese weder mit Stimmrechten noch mit einem Sitz im Aufsichtsrat verbunden sei.

Sollte die Materialentwicklung in den vier Schwerpunktbereichen erfolgreich sein, plant SandboxAQ, die entwickelten Formeln an Industriepartner für die Massenproduktion zu lizenzieren. Das Handelsministerium soll dabei eine Lizenzgebühr erhalten – ein Modell, das den Steuerzahler langfristig an möglichen Erfolgen beteiligt.

Die strategische Bedeutung des Vorhabens unterstrich ein hochrangiger Beamter des Handelsministeriums mit Blick auf Permanentmagnete: „In jedem Gerät kommen mindestens ein oder mehrere Permanentmagnete zum Einsatz. Wenn die großen Unternehmen für Halbleiterausrüstung nicht genügend Magnete für ihre Anlagen beschaffen können, ist das ein Problem."

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