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Allbirds wird Smartbird: KI-Neuausrichtung mit neuer CEO

Der ehemalige Schuhhersteller Allbirds benennt sich in Smartbird um und ernennt eine AWS-Veteranin zur neuen Konzernchefin.

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Allbirds wird Smartbird: KI-Neuausrichtung mit neuer CEO

Der einstige Schuhhersteller Allbirds hat am Mittwoch seinen Namen offiziell in Smartbird geändert. Gleichzeitig ernannte das Unternehmen die ehemalige Amazon-Web-Services-Managerin Nadia Carlsten zur neuen Präsidentin und CEO. Damit vollzieht das Unternehmen einen radikalen Strategiewechsel hin zur KI-Infrastruktur.

Bereits im April hatte Allbirds angekündigt, seinen Fokus auf Cloud-Computing-Kapazitäten und KI-Dienste zu verlagern. Diese Ankündigung löste eine bemerkenswerte Kursrally aus: Die Aktie des Unternehmens stieg in der Folge um mehr als das Fünffache. Der Wandel vom nachhaltigen Schuhproduzenten zum Technologieunternehmen ist damit vollständig vollzogen.

Neue Führung mit KI-Erfahrung

Nadia Carlsten bringt umfangreiche Expertise in den Bereichen KI und Quantencomputing mit. Sie war zuvor bei DCAI, der Alphabet-Ausgründung SandboxAQ sowie bei Amazon Web Services tätig. Darüber hinaus beriet sie das Weltwirtschaftsforum in Fragen des Computings und der Künstlichen Intelligenz.

Carlsten übernimmt den Posten von Joe Vernachio, der das Unternehmen verlässt. Annie Mitchell bleibt weiterhin als Finanzvorständin (CFO) im Amt. Lily Yan Hughes wurde neu zur Verwaltungsratsvorsitzenden ernannt.

„Mit einer differenzierten Strategie, erheblichem Kapital und der Möglichkeit, ein außergewöhnliches Team aufzubauen, sind wir in einer einzigartigen Position, um von einer der bedeutendsten Infrastruktur-Chancen des nächsten Jahrzehnts zu profitieren", erklärte Carlsten anlässlich ihrer Ernennung.

Managed Services statt Schuhverkauf

Smartbird plant, KI-Infrastruktur als sogenannten Managed Service anzubieten. Kunden sollen dadurch hohe Vorabkosten für Hardware vermieden werden – ein Modell, das besonders für Unternehmen attraktiv ist, die KI-Kapazitäten flexibel nutzen möchten, ohne eigene Rechenzentren aufzubauen. Das Unternehmen befindet sich nach eigenen Angaben in aktiven Gesprächen mit potenziellen Kunden und entwirft derzeit seine ersten Cluster-Bereitstellungen.

Zur Finanzierung des Wachstumskurses hat Smartbird seine Wandelfinanzierungsvereinbarung von 50 Millionen US-Dollar auf 100 Millionen US-Dollar verdoppelt. Das Unternehmen hatte zuvor signalisiert, die Erlöse für den Erwerb von Grafikprozessoren (GPUs) einzusetzen – der zentralen Hardware für KI-Anwendungen.

Abkehr vom Schuhgeschäft besiegelt

Den endgültigen Schlussstrich unter das ursprüngliche Geschäftsmodell zog Allbirds bereits im März: Damals wurden die Marken- und Schuhvermögenswerte für 39 Millionen US-Dollar an die American Exchange Group verkauft. Zudem schloss das Unternehmen den Großteil seiner stationären Einzelhandelsgeschäfte.

Der Wandel von Allbirds zu Smartbird steht exemplarisch für einen breiteren Trend: Immer mehr Unternehmen versuchen, durch eine Neupositionierung im KI-Bereich Investoren anzuziehen und veraltete Geschäftsmodelle hinter sich zu lassen. Ob die Strategie langfristig aufgeht, wird sich zeigen – die ersten Schritte in Richtung KI-Infrastruktur sind jedoch gemacht.

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