USA bereit zu Iran-Gesprächen bei UN-Generalversammlung, sagt Rubio
US-Außenminister Marco Rubio signalisiert Dialogbereitschaft mit Teheran am Rande der UN-Vollversammlung.

Die Vereinigten Staaten sind weiterhin bereit, während der Generalversammlung der Vereinten Nationen mit iranischen Beamten in Gespräche zu treten. Dies erklärte US-Außenminister Marco Rubio am Dienstag in einem Interview mit NBCs „Today“-Show. Ein formelles Treffen wurde nach seinen Angaben jedoch noch nicht vereinbart.
Rubio machte deutlich, dass die Regierung zur Aufnahme eines Dialogs bereit sei, sofern dieser produktive Ergebnisse liefern könne. „Wir sind offen dafür. Ich glaube nicht, dass derzeit etwas geplant ist, aber wir stehen einem solchen Schritt durchaus positiv gegenüber, insbesondere wenn die Aussicht besteht, dass er zu positiven Ergebnissen führt und letztlich das übergeordnete Ziel erreicht wird“, sagte der Außenminister.
Im Kern gehe es bei einer potenziellen Einbindung des Iran um ein einziges, nicht verhandelbares Ziel. „Und das ist die Tatsache, dass der Iran niemals eine Nuklearwaffe besitzen darf. Das kommt einfach nicht infrage“, so Rubio wörtlich.
Die Details
Die Ankündigung erfolgte im Rahmen eines Interviews mit dem US-Frühstücksfernsehen. Rubio nannte keinen konkreten Termin für ein mögliches Treffen mit iranischen Vertretern. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen findet jährlich im September in New York statt. Hochrangige Delegationen aus aller Welt nutzen das Treffen traditionell für bilaterale Gespräche am Rande der offiziellen Sitzungen.
Der Außenminister betonte die Offenheit seiner Regierung für einen Dialog, stellte jedoch zugleich klar, dass derzeit keine konkrete Planung für ein Treffen existiere. Die Bedingung für Gespräche sei die Aussicht auf positive Ergebnisse – insbesondere mit Blick auf das iranische Atomprogramm.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 18. September 2026 berichtete aktien.news, dass die Trump-Regierung führenden iranischen Beamten die Teilnahme an der UN-Generalversammlung in New York gestatten werde. Das US-Außenministerium bestätigte damals, dass eine „Kerndelegation des iranischen Regimes“ gemäß den Verpflichtungen der USA als Gastgeberstaat zugelassen werde. Dies bedeutete, dass hochrangige Vertreter wie der iranische Präsident Masoud Pezeshkian und Außenminister Abbas Araqchi Visa erhielten.
Schon am 5. Februar 2026 zeichneten sich grundlegende Differenzen über die Verhandlungsagenda ab. Rubio forderte damals eine umfassende Agenda, die neben dem Atomstreit auch die Reichweite der ballistischen Raketen des Iran, dessen Unterstützung für Gruppen im Nahen Osten und den Umgang mit der eigenen Bevölkerung umfassen müsse. Teheran bestand hingegen auf eine Beschränkung auf die Atomfrage. „Wenn die Iraner sich treffen wollen, sind wir bereit“, erklärte Rubio damals.
Am 8. Mai 2026 erwartete Rubio eine iranische Antwort auf einen US-Friedensvorschlag noch am selben Tag. Laut iranischen Staatsmedien prüfte Teheran damals Botschaften der USA, die über pakistanische Vermittler eingegangen waren. Medien berichteten von einer Annäherung an ein 14-Punkte-Memorandum of Understanding zur Beendigung des Krieges.
Am 25. Juni 2026 sicherte Rubio den Golfstaaten bei einem Pressegespräch in Kuwait-Stadt zu, dass Washington im Umgang mit Teheran nichts unternehmen werde, was die Sicherheit der langjährigen Partner in der Region gefährden könnte. „Wir werden uns vollständig mit unseren Partnern am Golf abstimmen“, betonte der US-Chefdiplomat damals.
Was das für Anleger bedeutet
Die anhaltenden diplomatischen Signale zwischen Washington und Teheran sind für Anleger an den Finanzmärkten von Bedeutung. Der Iran-Konflikt hat in der Vergangenheit immer wieder für Volatilität an den Rohstoffmärkten gesorgt, insbesondere beim Ölpreis. Eine mögliche diplomatische Lösung könnte zu einer Entspannung der geopolitischen Risikoprämie führen.
Die wiederholte Bereitschaftserklärung der USA zu Gesprächen deutet auf ein grundsätzliches Interesse an einer Deeskalation hin. Allerdings zeigen die historischen Verhandlungen, dass die Positionen in zentralen Fragen – insbesondere beim Atomprogramm und den ballistischen Raketen – weit auseinanderliegen. Anleger sollten die Entwicklung der Gespräche im Auge behalten, da eine Einigung oder ein Scheitern direkte Auswirkungen auf die Energiepreise und die Stimmung an den internationalen Finanzmärkten haben könnte.
Ausblick
Ob und wann ein konkretes Treffen zwischen US-amerikanischen und iranischen Vertretern am Rande der UN-Generalversammlung stattfinden wird, ist derzeit offen. Rubio selbst räumte ein, dass derzeit nichts geplant sei. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York bietet jedoch das traditionelle Forum für derartige Begegnungen. Beobachter rechnen mit weiteren Signalen aus Washington und Teheran im Laufe der kommenden Tage.
Kurz erklärt
- UN-Generalversammlung: Das jährliche Haupttreffen der Vereinten Nationen in New York, bei dem Vertreter aller Mitgliedsstaaten zusammenkommen, um über internationale Fragen zu beraten und bilaterale Gespräche zu führen.
- Nuklearwaffe: Eine Massenvernichtungswaffe, deren explosive Energie durch Kernspaltung oder Kernfusion freigesetzt wird. Die Verhinderung ihrer Weiterverbreitung ist ein zentrales Ziel der internationalen Sicherheitspolitik.
- Ballistische Raketen: Flugkörper, die nach dem Abschuss eine ballistische Flugbahn durchlaufen und aufgrund ihrer Reichweite und Geschwindigkeit als strategische Waffensysteme gelten.
