Simbabwe sichert Finanzierung für Ausbau des Rohstoff-Hafens Chirundu
Modernisierung eines zentralen Transitknotens für das afrikanische Kupfergürtelgebiet.

Die Regierung von Simbabwe hat eine Finanzierungsvereinbarung für den Ausbau der Grenzübergangsstelle Chirundu zu Sambia bekannt gegeben. Ziel ist es, Verzögerungen an einem lebenswichtigen Knotenpunkt zu reduzieren, der das zentrale afrikanische Kupfergürtelgebiet mit den Häfen Südafrikas verbindet. Das Abkommen zwischen Simbabwe und seinen privaten Partnerunternehmen, dem „Chirundu Border Consortium“, ebnet den Weg für die Bauarbeiten, wie das Verkehrs- und Infrastrukturministerium des Landes am Dienstag mitteilte.
Die 2009 als erster „One-Stop-Border-Post“ Afrikas eröffnete Grenzübergangsstelle Chirundu ist ein wichtiger Knotenpunkt auf der Nord-Süd-Korridor-Route. Sie wickelt den gesamten Frachtverkehr zwischen den Häfen in Südafrika und Mosambik sowie dem kupferreichen Gebiet im Grenzraum von Sambia und der Demokratischen Republik Kongo (DRC) ab. Zu den durch den Übergang verkehrenden Gütern zählen Kupfer, Kobalt, Kraftstoffe, Bergbaumaschinen, Reagenzien, Düngemittel und andere gehandelte Waren.
Modernisierung gegen Engpässe und lange Wartezeiten
Lastwagen erleben an diesem Grenzübergang häufig Engpässe und lange Wartezeiten. Das Modernisierungsprojekt soll die alte Infrastruktur nun grundlegend erneuern und fortschrittliche Betriebs- und Abwicklungssysteme einführen. Ziel ist es, Verzögerungen und Staus an einem der meistfrequentierten Transitpunkte Afrikas deutlich zu verringern.
Das Ministerium gab die Höhe der Endinvestition für das öffentlich-private Partnerschafts-Projekt nicht bekannt. Allerdings hatte das simbabwische Kabinett zuvor erklärt, dass das Projekt 66,8 Millionen US-Dollar kosten würde. Private Investoren sollen den Grenzposten für 20 Jahre im Rahmen einer Konzessionsvereinbarung betreiben.
Erfahrene Partner an Bord
Safaga International, das bereits den 300 Millionen US-Dollar teuren Ausbau der Grenze zu Südafrika in Beitbridge leitete, führt nun das Projekt in Chirundu an. Auch Südafrikas Strategic Partners Group ist als strategischer Investor an dem Vorhaben beteiligt. Die Standard Bank fungiert als führender Schuldverschreibungsarrangeur und Senior-Lender.
Für deutsche Anleger ist der Ausbau des Grenzpostens Chirundu von Bedeutung, da die Region um das Kupfergürtelgebiet zu den rohstoffreichsten der Welt zählt. Kupfer und Kobalt sind essenzielle Rohstoffe für die globale Energiewende und die Elektromobilität. Eine effizientere Logistik entlang der Nord-Süd-Korridor-Route könnte die Lieferketten für diese kritischen Metalle stabilisieren und Kosten senken. Das Projekt zeigt zudem, wie öffentlich-private Partnerschaften in Afrika zunehmend zur Modernisierung der Infrastruktur genutzt werden.
