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US-Senat will Gesetz zu Rechenzentrums-Kosten blockieren

Der US-Senat scheint eine Gesetzgebung zu stoppen, die Rechenzentren an den Stromnetz-Kosten beteiligen würde.

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US-Senat will Gesetz zu Rechenzentrums-Kosten blockieren

WASHINGTON, 30. September (Reuters) – Der US-Senat scheint am Mittwoch darauf vorbereitet zu sein, eine Gesetzgebung zu blockieren, die staatliche Energieaufsichtsbehörden verpflichten würde, zu prüfen, ob Rechenzentren und andere große Stromverbraucher die zusätzlichen Kosten für den Ausbau der Strominfrastruktur tragen sollten, die für sie errichtet wurde. Die Abstimmungen zu dem Vorhaben liefen am Mittwoch weiter.

Im Zentrum des Vorhabens steht die Frage, wer für die milliardenschweren Investitionen in Übertragungsnetze und Kraftwerkskapazitäten aufkommen soll, die durch den rasant wachsenden Strombedarf großer Rechenzentren ausgelöst werden. Der Gesetzentwurf hätte die staatlichen Regulierungsbehörden dazu verpflichtet, zu prüfen, ob diese Großverbraucher an den zusätzlichen Kosten beteiligt werden sollten. Nach Einschätzung der Nachrichtenagentur Reuters deutet der aktuelle Verfahrensstand darauf hin, dass der Senat das Vorhaben vorerst stoppen wird.

Hintergrund: KI-Boom treibt Stromnachfrage

Der Vorstoß fällt in eine Phase, in der die Nachfrage nach Rechenleistung für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) stark steigt. Diese Entwicklung schlägt sich auch in den Erwartungen der Unternehmen nieder: Der Speicherchiphersteller Micron prognostizierte zuletzt ein stärkeres erstes Quartal und begründete dies mit einer starken KI-Nachfrage. Rechenzentren gelten als einer der größten Treiber des zusätzlichen Strombedarfs in den USA.

Für die Betreiber von Rechenzentren und die dahinterstehenden Technologiekonzerne steht bei der Frage der Kostenverteilung viel auf dem Spiel. Müssten sie sich stärker an den Netzausbaukosten beteiligen, würde dies ihre Betriebskosten erhöhen. Umgekehrt argumentieren Befürworter einer solchen Regelung, dass die Allgemeinheit der Stromkunden nicht für Infrastruktur aufkommen sollte, die primär einzelnen Großverbrauchern zugutekommt.

Marktumfeld bleibt angespannt

Die Abstimmung im Senat fällt in ein volatiles Marktumfeld. An der Wall Street gaben die Kurse kurz vor Handelsschluss ihre Gewinne wieder ab und verzeichneten im September einen leichten Verlust. Zugleich stieg der US-Kern-PCE-Preisindex im August um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat und lag damit unter den Erwartungen. Der Kern-PCE-Index gilt als wichtiger Inflationsmaßstab der US-Notenbank Federal Reserve.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung in mehrfacher Hinsicht relevant. Zum einen sind viele der großen Rechenzentrumsbetreiber und Chipkonzerne auch an deutschen Börsen handelbar oder Teil globaler Indizes. Zum anderen zeigt der Fall, wie stark regulatorische Entscheidungen in den USA die Rahmenbedingungen für die KI-Infrastruktur und damit für die gesamte Technologiebranche beeinflussen können.

Ob der Senat das Vorhaben endgültig stoppt oder ob es zu einem späteren Zeitpunkt erneut aufgegriffen wird, blieb zunächst offen. Die Abstimmungen dauerten am Mittwoch an. Beobachter dürften die weitere Entwicklung aufmerksam verfolgen, da sie Aufschluss darüber geben könnte, wie die USA künftig die Kosten des rasant wachsenden Strombedarfs von Rechenzentren verteilen wollen.

Die Nachricht reiht sich in eine Serie von Meldungen ein, die das Spannungsfeld zwischen KI-Wachstum, Energieinfrastruktur und Regulierung beleuchten. Neben Microns optimistischer Quartalsprognose und den jüngsten Inflationsdaten rückt damit die Frage in den Fokus, wie die Politik mit den infrastrukturellen Folgen des KI-Booms umgeht.

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