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US-Pensionskassen: KI-Boom trifft auf wachsenden politischen Widerstand

Der KI-Boom befeuert US-Pensionskassen, doch Politiker errichten Hürden für Rechenzentren – ein wachsender Widerspruch.

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US-Pensionskassen: KI-Boom trifft auf wachsenden politischen Widerstand

Der Boom der künstlichen Intelligenz treibt einen Keil in das multibillionenschwere System der öffentlichen Renten in den USA. Die von der KI-Euphorie getriebenen Märkte haben Hunderte staatliche und lokale Pensionskassen für öffentliche Bedienstete stark befeuert. Deren gemeinsames Vermögen ist laut Daten der Federal Reserve von 5,8 Billionen US-Dollar im Jahr 2023 auf 7,3 Billionen US-Dollar im Juni gestiegen.

Bei 13 der größten Kassen, die ihre Investitionen selbst verwalten, hat ein Korb US-amerikanischer, mit KI verbundener Aktien zwischen Ende 2022 und Juni laut einer Analyse des Wall Street Journal aus Wertpapierberichten Gewinne in Höhe von 138 Milliarden US-Dollar an Buchwerten generiert. Diese Zahlen verdeutlichen, wie stark die Altersvorsorge von Millionen öffentlich Bediensteter inzwischen mit der KI-Branche verflochten ist.

Doch während diese Pensionskassen durch KI-getriebene Renditen punkten, beginnen Beamte vieler Bundesstaaten, im letzten Abschnitt des Wahlkampfs für die Zwischenwahlen Hürden für Rechenzentren zu errichten und die Branche zu kritisieren. Diese Gegenwehr lässt Fondsmanager und Verwaltungsräte eilig versuchen, die Risiken einer der polarisierendsten Branchen der USA einzuschätzen.

Politische Fronten gegen die KI-Infrastruktur

In Pennsylvania attackiert ein Gouverneurskandidat, der im Aufsichtsrat einer Lehrerpensionskasse sitzt, den Amtsinhaber wegen der Entwicklung von Rechenzentren. Gewerkschaftsvertreter in Kalifornien drängen Fondsmanager dazu, sich mit den Gefahren für Arbeitnehmer und Gemeinden auseinanderzusetzen. Der Bundesstaat New York hat ein Moratorium für viele neue Rechenzentren verhängt, obwohl die KI-Beteiligungen der Pensionskassen stark zugenommen haben.

Diese Entwicklung bringt die Verantwortlichen in eine Zwickmühle. Einerseits profitieren die Fonds von den Kursgewinnen der KI-Unternehmen, andererseits wächst der politische Druck, die Infrastruktur hinter diesen Unternehmen – insbesondere energiehungrige Rechenzentren – einzuschränken. Für deutsche Anleger ist der Fall aufschlussreich, weil er zeigt, wie eng Renditechancen und regulatorische sowie politische Risiken in der KI-Branche miteinander verwoben sind.

„Das ist so widersprüchlich“, sagte Joseph Hernandez, Kandidat der Republikanischen Partei (GOP) für das Amt des State Comptroller in New York. „Wir stehen auf beiden Seiten der Wette.“ Mit diesem Satz bringt Hernandez das Grunddilemma auf den Punkt: Dieselben staatlichen Stellen, die von KI-Investitionen profitieren, bremsen gleichzeitig die Branche aus.

Ein Dilemma mit Signalwirkung

Der Konflikt dürfte sich in den kommenden Monaten weiter zuspitzen. Sollten die politischen Beschränkungen für Rechenzentren zunehmen, könnte dies langfristig auch die Erträge der KI-Unternehmen und damit die Buchgewinne der Pensionskassen beeinflussen. Umgekehrt bleibt der Druck auf die Fondsmanager hoch, die Renditen für die Versicherten zu sichern.

Für Beobachter der US-Finanzmärkte ist der Fall ein Lehrstück darüber, wie politische Stimmung und Kapitalmarktentwicklung auseinanderdriften können. Die öffentlichen Rentensysteme der USA stehen damit vor einer heiklen Aufgabe: Sie müssen die Chancen der KI nutzen, ohne sich den wachsenden politischen Widerstand in den eigenen Bundesstaaten einzuhandeln.

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