US-Inflation: CPI-Daten für Januar könnten Fed Spielraum für Zinssenkungen geben
Verbraucherpreisindex könnte auf 2,5 Prozent fallen und Hoffnungen auf geldpolitische Lockerung stärken.

Am Freitag veröffentlicht das US-Arbeitsministerium die mit Spannung erwarteten Inflationsdaten für Januar. Analysten rechnen beim Verbraucherpreisindex (CPI) mit einem Anstieg von 2,5 Prozent im Jahresvergleich – das wäre der niedrigste Stand seit Mai 2025. Die Kernrate ohne Nahrungsmittel und Energie dürfte bei 2,6 Prozent liegen, während beide Indikatoren im Monatsvergleich um 0,3 Prozent zulegen könnten.
Die Entwicklung ist besonders bedeutsam, da der CPI in den vergangenen drei Monaten jeweils unter den Erwartungen der Wall Street lag. Im Dezember hatte die Gesamtrate noch bei 2,7 Prozent gelegen. Ein weiterer Rückgang würde die Hoffnungen auf eine Normalisierung der Preisentwicklung stärken und der Federal Reserve mehr Spielraum für Zinssenkungen geben, ohne einen erneuten Inflationsschub zu riskieren.
Tom Lee von Fundstrat Global Advisors weist darauf hin, dass ein Wert von 2,5 Prozent dem Preisniveau vor der Corona-Pandemie entsprechen würde. Dies läge etwa im Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2019 und würde signalisieren, dass die außergewöhnliche Inflationsphase endgültig überwunden ist.
Zölle könnten Preisdruck erzeugen
Goldman Sachs erwartet allerdings einen Beitrag von 0,07 Prozentpunkten zur Kerninflation durch die von Präsident Donald Trump im April eingeführten Zölle. Preisanstiege seien vor allem bei Bekleidung, Freizeitartikeln, Haushaltswaren sowie im Bildungs- und Körperpflegebereich möglich. Dennoch sieht die Investmentbank die Gesamtrate mit 2,4 Prozent sogar etwas niedriger als der Konsens.
Die Märkte reagierten nach dem robusten Arbeitsmarktbericht vom Mittwoch zunächst verhalten. Mit 130.000 neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft und einer auf 4,3 Prozent gesunkenen Arbeitslosenquote zeigte sich der US-Jobmarkt überraschend stark. Dies hatte Spekulationen genährt, die Fed könnte ihre Zinspolitik weniger schnell lockern als erhofft.
Entscheidende Signale für Geldpolitik
Ein Inflationswert auf oder unter Konsensniveau könnte diese Sorgen jedoch entkräften. Für deutsche Anleger ist die Entwicklung relevant, da die geldpolitischen Entscheidungen der Fed auch die Europäische Zentralbank beeinflussen und sich auf internationale Kapitalmärkte auswirken. Das Bureau of Labor Statistics wird die Daten am Freitag um 14:00 Uhr deutscher Zeit veröffentlichen.
Ökonomen werden die Veröffentlichung im Detail analysieren, um Hinweise auf die weitere Entwicklung der Preisdynamik zu erhalten. Besonders im Fokus stehen dabei die Komponenten des Kernindex, die als verlässlichere Indikatoren für den zugrunde liegenden Inflationstrend gelten.
