US-Finanzminister Bessent verteidigt Fed-Unabhängigkeit und setzt auf Stablecoins
Anhörung im Repräsentantenhaus: Warnung vor Überregulierung und Bekenntnis zum starken Dollar

US-Finanzminister Scott Bessent hat sich am Mittwoch vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses klar zur Unabhängigkeit der Federal Reserve bekannt. Gleichzeitig warnte er die Notenbank davor, sich in Bereiche außerhalb ihres Kernmandats vorzuwagen.
Die Federal Reserve müsse bei der Erfüllung ihres Doppelmandats - Preisstabilität und maximale Beschäftigung - ein "sehr heikles Gleichgewicht" wahren, so Bessent. Er räumte ein, dass die Zentralbank "das Vertrauen der Bevölkerung verloren hat, als die Inflation die Nation verwüstete", bekräftigte jedoch seinen Glauben an die Unabhängigkeit und Rechenschaftspflicht der Fed.
Bessent stellte klar, dass er weder ein "Null-Risiko-Finanzsystem" anstrebe noch "um jeden Preis eine finanzielle Deregulierung" verfolge. Diese Aussage dürfte sowohl Befürworter strengerer Regulierung als auch Verfechter freier Märkte ansprechen.
Schutzmaßnahmen für kleinere Banken
Bei der Diskussion über Finanzstabilität sprach sich der Finanzminister für Maßnahmen aus, die den Abzug von Einlagen bei kleinen Banken während Finanzkrisen verhindern sollen. Diese Aussage erfolgte als Reaktion auf Anfragen zur Einlagensicherung für kleinere Institute - ein Thema, das seit der Bankenkrise im Frühjahr 2023 an Bedeutung gewonnen hat.
Besonders bemerkenswert war Bessents positive Haltung gegenüber digitalen Vermögenswerten. Er hob die potenzielle Bedeutung von Stablecoins für die US-Staatsfinanzierung hervor und deutete damit eine mögliche Integration digitaler Assets in die Operationen des Finanzministeriums an. Stablecoins sind Kryptowährungen, die an traditionelle Währungen wie den US-Dollar gekoppelt sind.
Bekenntnis zum starken Dollar
Zur Währungspolitik bekräftigte Bessent die traditionelle Haltung der US-Regierung: "Wir unterstützen stets eine Politik des starken Dollars." Diese Aussage sendet ein klares Signal an die internationalen Finanzmärkte und unterstreicht die Kontinuität der amerikanischen Währungspolitik.
Die Anhörung zeigt, dass die neue US-Regierung einen ausgewogenen Kurs zwischen Regulierung und Innovation im Finanzsektor anstrebt, während sie gleichzeitig die bewährten Prinzipien der Geldpolitik respektiert.
