US-Erzeugerpreise steigen im Februar deutlich stärker als erwartet
Der amerikanische Erzeugerpreisindex legte um 0,7 Prozent zu – fast doppelt so stark wie von Ökonomen prognostiziert.

Der US-Erzeugerpreisindex (PPI) für die Endnachfrage ist im Februar um 0,7 Prozent gestiegen und hat damit die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Ökonomen hatten laut einer Reuters-Umfrage lediglich einen Anstieg von 0,3 Prozent erwartet. Das Bureau of Labor Statistics des US-Arbeitsministeriums veröffentlichte die Daten am Mittwoch.
Haupttreiber des Preisanstiegs war der Dienstleistungssektor. Im Januar hatte der PPI noch um 0,5 Prozent zugelegt – bereits das war ein solider Wert. Im Jahresvergleich kletterte der Index im Februar um 3,4 Prozent, nach einem Plus von 2,9 Prozent im Januar.
Ölpreise und Kriegsfolgen belasten Inflationsausblick
Einen zusätzlichen Inflationsdruck erzeugt der Ende Februar ausgebrochene Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran. Die Ölpreise sind seitdem um mehr als 40 Prozent gestiegen. Ökonomen rechnen damit, dass sich diese Auswirkungen erst in den Preisberichten für März vollständig niederschlagen werden.
Für die US-Notenbank Federal Reserve sind die Daten ein weiterer Grund zur Vorsicht. Die Fed hält ihre zweitägige geldpolitische Sitzung ab und wird voraussichtlich die Zinsen unverändert lassen. Gleichzeitig präsentieren die Notenbanker neue Wirtschaftsprognosen, bei denen Analysten eine Anhebung der Inflationsschätzungen erwarten. Die Finanzmärkte preisen für das Gesamtjahr nur noch eine einzige Zinssenkung ein.
Kern-PCE als entscheidende Messgröße für die Fed
Besonders relevant für die Geldpolitik ist der sogenannte Kern-PCE-Preisindex, der die persönlichen Konsumausgaben ohne Nahrungsmittel und Energie misst. Diesen Index nutzt die Fed als Referenz für ihr Inflationsziel von 2 Prozent. Einige Komponenten des PPI fließen direkt in die Berechnung des PCE ein.
Vor Veröffentlichung der PPI-Daten schätzten Ökonomen, dass der Kern-PCE im Februar um 0,4 Prozent gestiegen ist. Das wäre der dritte Monat in Folge mit diesem Wert – mehr als doppelt so hoch wie das monatliche Tempo, das Experten für eine nachhaltige Rückkehr zur Preisstabilität für nötig halten. Im Jahresvergleich würde der Kern-PCE damit bei rund 3,1 Prozent liegen – identisch mit dem Januarwert. Das Bureau of Economic Analysis wird den offiziellen PCE-Bericht für Februar im nächsten Monat veröffentlichen.
