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US-Diplomat: Anleger überschätzen Risiko eines Taiwan-Konflikts

Ein hoher US-Diplomat für Ostasien sieht das Konfliktrisiko an der Taiwan-Straße überbewertet und verweist auf Abschreckung.

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US-Diplomat: Anleger überschätzen Risiko eines Taiwan-Konflikts

Investoren überschätzen das Konfliktrisiko auf beiden Seiten der Taiwan-Straße. Diese Einschätzung vertrat Michael DeSombre, US-Assistenzstaatssekretär für Ostasien und den Pazifik, in einem exklusiven Interview mit CNBC. Er betonte, dass Abschreckung und „erhebliche Konsequenzen" Peking davon abhalten würden, die Insel bis 2027 gewaltsam zu übernehmen.

„Ich denke tatsächlich, dass die größte Fehlbewertung im Hinblick auf Taiwan vorliegt, wo meiner Ansicht nach das Risiko eines Vorfalls auf beiden Seiten der Taiwan-Straße überbewertet wird", sagte DeSombre am Donnerstag gegenüber CNBC. „Sowohl China als auch die USA wollen keinen Konflikt, und wir sind in der Lage, einen solchen zu verhindern", erklärte er gegenüber Sri Jegarajah von CNBC am Rande des Milken Institute Asia Summit in Singapur. „Die Befürchtungen darüber sind möglicherweise zu hoch eingepreist."

Hintergrund der Spannungen

Peking betrachtet Taiwan als sein Territorium und schließt nicht aus, Gewalt einzusetzen, um die Insel unter seine Kontrolle zu bringen. Die demokratisch regierte Regierung der Insel lehnt Pekings Ansprüche ab. China hat zudem Washington gedrängt, seine langjährige diplomatische Haltung zur Insel zu ändern und Taiwans Unabhängigkeit offiziell zu „ablehnen".

Die US-Regierung hat wiederholt angedeutet, dass Peking dem Volksbefreiungsarmee den Auftrag gegeben habe, bis 2027 militärisch gegen Taiwan bereit zu sein. Peking hat diesen Zeitplan jedoch nie öffentlich bestätigt. In jüngster Zeit hat China versucht, seine militärische Präsenz in der Nähe der Insel zu festigen. Berichte enthüllen zudem eine beispiellose Sichtung eines Militärschiffs vor der Küste.

Bedeutung für Anleger

Für deutsche Privatanleger ist die Einschätzung des US-Diplomaten insofern relevant, als geopolitische Risiken rund um Taiwan immer wieder als Belastungsfaktor für asiatische Aktienmärkte und globale Lieferketten diskutiert werden. Taiwan ist ein zentraler Standort der Halbleiterproduktion, weshalb eine Eskalation der Spannungen weitreichende Folgen für die Technologiebranche hätte. DeSombre zufolge preisen die Märkte diese Gefahr jedoch zu hoch ein.

Der Diplomat verwies darauf, dass die Abschreckung wirke und beide Seiten kein Interesse an einer militärischen Konfrontation hätten. Diese Aussage steht im Kontrast zu den wiederkehrenden Warnungen über einen möglichen chinesischen Angriff bis 2027, die in den vergangenen Jahren die Schlagzeilen prägten.

Das Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping im vergangenen Monat führte nach Angaben der Quelle zu weiteren Entwicklungen, deren Details im vorliegenden Bericht jedoch nicht vollständig ausgeführt werden. Klar ist: Die diplomatischen Kanäle zwischen Washington und Peking bleiben aktiv, was DeSombres Einschätzung einer geringeren Konfliktwahrscheinlichkeit stützt.

Für Anleger bleibt die Lage an der Taiwan-Straße ein Faktor, den es zu beobachten gilt. Die Aussagen des US-Diplomaten deuten jedoch darauf hin, dass die Risikoprämie, die der Markt für einen möglichen Konflikt einpreist, aus Sicht Washingtons übertrieben sein könnte.

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