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Xi schärft Taiwan-Warnung: China feiert einwöchigen Nationalfeiertag

Präsident Xi Jinping nutzt seine Eröffnungsrede zum 77. Gründungstag, um Pekings Haltung in der Taiwan-Frage zu verschärfen.

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Xi schärft Taiwan-Warnung: China feiert einwöchigen Nationalfeiertag

China hat am Donnerstag mit seiner einwöchigen Nationalfeiertagsfeier begonnen. Präsident Xi Jinping nutzte seine jährliche Eröffnungsrede, um die Botschaft Pekings in der Taiwan-Frage zu schärfen. Die Feierlichkeiten stehen im Zeichen des 77. Jahrestags der Gründung der Volksrepublik China und mobilisieren landesweit große Menschenmassen.

Zum Auftakt versammelten sich zahlreiche Bürger, um die Flaggenhissungszeremonie zu beobachten. Ein Militärorchester spielte die Nationalhymne, während tausende Tauben in den Himmel entlassen wurden. Solche Bilder sind fester Bestandteil der staatlichen Selbstdarstellung und werden traditionell auch international aufmerksam verfolgt.

Xi hatte seine Rede bereits am Mittwoch, dem Vorabend des 77. Jahrestags, im Großen Saal des Volkes gehalten. Dort betonte er, Peking werde „entschlossen die separatistischen Kräfte der ‚Tai[wan]'" zurückweisen. Der chinesische Präsident nutzte damit die jährliche Eröffnungsansprache erneut, um die Position der Volksrepublik in der Taiwan-Frage unmissverständlich zu unterstreichen.

Rekord-Reiseaufkommen trotz Deflationsdruck

Insbesondere wirtschaftlich stehen die Feiertage im Spannungsfeld widersprüchlicher Signale. Es wird erwartet, dass das Reiseaufkommen Rekordniveau erreichen wird, was auf eine hohe Reisebereitschaft der chinesischen Bevölkerung hindeutet. Zugleich jedoch drückt deflationärer Druck auf die Einnahmen – ein Hinweis darauf, dass die Binnennachfrage trotz großer Reisewilligkeit unter Preisdruck leidet.

Für Beobachter in Deutschland und Europa ist diese Kombination aufschlussreich. China ist eine der wichtigsten Exportdestinationen der deutschen Industrie, und die Entwicklung des Konsums in der Volksrepublik wirkt sich mittelbar auch auf hiesige Unternehmen aus. Ein robustes Reiseaufkommen bei gleichzeitig schwacher Preisentwicklung deutet auf eine ungleiche Erholung der chinesischen Wirtschaft hin.

Hongkong will den Rhythmus des chinesischen Wachstums teilen

Auch aus Hongkong kamen zum Feiertag politische Signale. Der Chief Executive der Sonderverwaltungsregion, John Lee, sagte, der erste Fünfjahresplan der Stadt werde ihr helfen, „den Rhythmus des chinesischen Wachstums zu teilen". Damit betonte Lee die enge wirtschaftliche Verflechtung Hongkongs mit dem chinesischen Festland.

Die Aussage fällt in eine Phase, in der Hongkong seine Rolle als Finanz- und Handelsdrehscheibe zwischen China und der Welt neu auszurichten versucht. Für internationale Investoren ist die Entwicklung der Stadt weiterhin ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Öffnung und Stabilität der gesamten Region.

Der Nationalfeiertag in China ist traditionell mehr als ein reines Festprogramm. Er dient der politischen Botschaftsvermittlung – nach innen wie nach außen. In diesem Jahr verbindet sich die Zeremonie mit einer geschärften Tonlage in der Taiwan-Frage und zugleich mit wirtschaftlichen Herausforderungen, die das Land über die Feiertage hinaus begleiten dürften.

Für deutsche Anleger bleibt die genaue Beobachtung der chinesischen Konjunktur-, Konsum- und Reisedaten daher zentral. Sie liefern Hinweise darauf, wie stabil sich die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt entwickelt – und welche Impulse davon für globale Märkte und exportorientierte Unternehmen ausgehen.

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