US-Demokrat Liccardo untersucht verdächtige Ölgeschäfte vor Iran-Ankündigungen
Der kalifornische Abgeordnete Sam Liccardo fordert SEC und CFTC auf, auffällige Trades vor Trumps Iran-Ankündigungen zu untersuchen.

Der demokratische US-Abgeordnete Sam Liccardo aus Kalifornien hat die führenden amerikanischen Finanzaufsichtsbehörden aufgefordert, verdächtige Handelsaktivitäten rund um Präsident Donald Trumps Ankündigungen zum Iran-Konflikt zu untersuchen. In einem Brief an SEC-Chef Paul Atkins und CFTC-Vorsitzenden Michael Selig, der am Freitag versandt und exklusiv mit dem Sender CNBC geteilt wurde, äußerte Liccardo seine „Besorgnis über jüngste Berichte, wonach umfangreiche Geschäfte mit Rohölpreisen und S&P 500 E-mini Futures getätigt wurden, unmittelbar bevor der Präsident Maßnahmen – oder das Ausbleiben solcher – im Iran ankündigte."
Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen mehrere auffällige Transaktionen, die zeitlich eng mit wichtigen politischen Entwicklungen zusammenfallen. Besonders brisant: Am 23. März verzeichneten S&P 500 E-mini Futures an der CME einen sprunghaften und isolierten Anstieg des Handelsvolumens – und das rund 15 Minuten bevor Trump auf seiner Plattform Truth Social postete, dass die USA und der Iran Gespräche geführt hätten und er erwartete Angriffe auf zivile Infrastruktur verschiebe. In der Folge erholten sich die Aktienmärkte, während Öl-Futures deutlich einbrachen.
Ein weiterer Fall betrifft den 8. April: Laut einem Reuters-Bericht wurde nur wenige Stunden vor einem Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran eine bedeutende Wette auf Öl platziert, die zu einer lukrativen Auszahlung führte. Auch an den Ölmärkten zeichnete sich an jenem Tag ein ähnliches Muster ab wie bei den Aktien-Futures.
Regulierungsbehörden unter Druck
Berichten zufolge haben US-Regulierungsbehörden bereits Ermittlungen zu diesen Transaktionen aufgenommen, wobei die CFTC die Federführung übernimmt. Liccardo forderte in seinem Schreiben die SEC auf, ebenfalls eine eigene Untersuchung einzuleiten. Er stellte der Behörde konkrete Fragen: ob bereits Ermittlungen eingeleitet wurden, über welche Instrumente die SEC für solche Untersuchungen verfüge und wie gegen Insiderhandel auf sogenannten Prognosemärkten vorgegangen werden könne.
Liccardo richtete seinen Blick auch auf Prognosemärkte – Plattformen, auf denen Nutzer auf den Ausgang politischer oder wirtschaftlicher Ereignisse wetten können. Er erklärte, „erstaunlich gut getimte, umfangreiche Kriegswetten auf Prognosemärkten im Zusammenhang mit dem Aktienhandel sowie auf Aktienoptionen vor den Zollankündigungen von Präsident Trump deuten stark auf ein Muster von Insider-Korruption hin." Ein jüngstes Memo des Weißen Hauses, das Regierungsbeamte anweist, sich nicht an Insidergeschäften auf Prognosemärkten zu beteiligen, biete laut Liccardo „wenig Trost".
Hintergrund: Insider-Vorwürfe im politischen Kontext
Der Fall reiht sich in eine wachsende Debatte in den USA ein, ob politische Entscheidungsträger oder ihnen nahestehende Personen von nicht-öffentlichen Informationen profitieren. Liccardo bat die Behörden zudem um Auskunft darüber, welche Maßnahmen ergriffen werden, um sicherzustellen, dass Regierungsangestellte nicht von Insiderwissen profitieren. Die Anfragen richten sich an zwei der mächtigsten Finanzaufsichtsbehörden der Welt: Die SEC überwacht den Wertpapierhandel, während die CFTC für den Derivate- und Rohstoffmarkt zuständig ist – beide Märkte stehen im Zentrum der aktuellen Vorwürfe.
