US-Marine blockiert Iran: 13 Schiffe bereits abgewiesen
Seit mehr als 24 Stunden hält die US-Marine eine Blockade iranischer Häfen aufrecht – mit klaren Konsequenzen für alle Schiffe.

Die US-Marine hat seit dem Beginn ihrer Blockade iranischer Häfen im Persischen Golf und im Golf von Oman innerhalb von mehr als 24 Stunden bereits 13 Schiffe abgewiesen. Das Pentagon bestätigte dies am Donnerstag. Die Maßnahme richtet sich gegen alle Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder von dort kommen – unabhängig von ihrer Nationalität.
Präsident Donald Trump hatte die Blockade am Sonntag angekündigt. Hintergrund war seine Beschwerde, dass Teheran die Straße von Hormus offenbar nicht wieder geöffnet habe – eine seiner zentralen Bedingungen für die Zustimmung zu einem derzeit geltenden, fragilen zweiwöchigen Waffenstillstand. Die Straße von Hormus gilt als eine der strategisch wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt, durch die ein erheblicher Teil des globalen Ölhandels fließt.
Der Schritt folgte auf das Scheitern einer ersten Runde von Friedensgesprächen zwischen den USA und dem Iran am Wochenende. Trotz der Eskalation signalisierten die USA am Mittwoch weiterhin Optimismus hinsichtlich eines möglichen diplomatischen Endes des Konflikts, der am 28. Februar begann.
Klare Warnung an alle Schiffe
Das US-Zentralkommando präzisierte den Umfang der Blockade nach Trumps ursprünglicher Ankündigung. Sprecher Caine erläuterte am Donnerstag, dass die Blockade „für alle Schiffe gilt, ungeachtet ihrer Nationalität, die iranische Häfen anlaufen oder von dort kommen". Darüber hinaus verfolgen die US-Streitkräfte aktiv jedes unter iranischer Flagge fahrende Schiff sowie jedes Schiff, das versucht, den Iran materiell zu unterstützen – auch in anderen Gebieten, einschließlich der sogenannten „Schattenflotte" gesetzeswidriger Schiffe.
Die Marine übermittelt bei der Annäherung blockierter Schiffe eine unmissverständliche Warnung. Der genaue Wortlaut laut Caine: „Versuchen Sie nicht, die Blockade zu durchbrechen. Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen, werden zum Zwecke des Abfangens und der Beschlagnahmung geentert. Drehen Sie um oder bereiten Sie sich darauf vor, geentert zu werden. Wenn Sie diese Blockade nicht befolgen, werden wir Gewalt anwenden."
Bislang keine Schiffe geentert
Die bisherige Bilanz zeigt, dass die Abschreckung wirkt: Alle 13 betroffenen Schiffe haben sich der Aufforderung gefügt und sind umgekehrt. Caine betonte, dass das Militär bisher noch kein einziges Schiff entern musste. Die 13 Schiffe hätten „die kluge Entscheidung getroffen, umzukehren, während wir diese Blockade aufrechterhalten", so Caine.
Die Lage im Persischen Golf bleibt damit angespannt. Die Kombination aus militärischem Druck und laufenden diplomatischen Bemühungen spiegelt die komplexe Strategie der US-Regierung wider: Maximaler Druck auf Teheran bei gleichzeitiger Offenhaltung eines Verhandlungsweges. Für die globalen Energiemärkte und den internationalen Schiffsverkehr bleibt die Entwicklung rund um die Straße von Hormus ein zentrales Risiko.
