Umfrage: Jeder dritte Wanderer konsumiert Cannabis auf dem Wanderweg
Eine neue US-Umfrage zeigt: 35 Prozent der Wanderer nutzen Marihuana, um ihr Naturerlebnis zu intensivieren.

Mehr als ein Drittel der amerikanischen Wanderer betritt die Natur unter dem Einfluss von Cannabis. Das ist das zentrale Ergebnis einer Umfrage des Expeditionsunternehmens Climbing Kilimanjaro, das 1.008 erwachsene US-Wanderer befragte. Mit 35 Prozent ist Marihuana dabei die am häufigsten genannte Substanz – noch vor Alkohol und Psychedelika.
Insgesamt gaben 44 Prozent der Befragten an, schon einmal unter dem Einfluss irgendeiner Substanz gewandert zu sein. Neben Cannabis nannten 23 Prozent Alkohol, 15 Prozent Psilocybin und 7 Prozent CBD-Produkte. Fast jeder vierte Befragte (24 Prozent) zeigte sich neugierig auf den Einsatz von Psychedelika in der Natur, hat diesen Schritt bislang aber noch nicht gewagt.
Die Details
Die Motive der Konsumenten sind vielfältig. 48 Prozent derjenigen, die auf Wanderungen Substanzen zu sich nehmen, tun dies, um sich stärker mit der Natur verbunden zu fühlen. 23 Prozent gaben an, dass der Konsum ihnen helfe, Nervosität abzubauen und Ängste zu überwinden.
Besonders aufschlussreich ist die Frage, wo und unter welchen Bedingungen konsumiert wird. Mehr als die Hälfte der substanznutzenden Wanderer (51 Prozent) greift ausschließlich auf kurzen, einfachen Wegen in der Nähe ihres Wohnortes zu Cannabis oder anderen Mitteln. Lediglich 5 Prozent gaben an, auch bei schwierigeren Wanderungen oder Klettertouren auf Substanzen zurückzugreifen. Das deutet darauf hin, dass die meisten Konsumenten das Risiko bewusst niedrig halten.
Justin Mtui, Berater bei Climbing Kilimanjaro, erklärte gegenüber Marijuana Moment: „Für einige Wanderer reicht das natürliche ‚High' einfach nicht aus, und sie suchen nach noch ‚gehobeneren' Möglichkeiten, die Wege zu genießen." Er ergänzte: „Cannabis und Psychedelika stehen nicht im Wettbewerb mit dem Outdoor-Erlebnis, sondern werden Teil der Reise."
Hintergrund: Was bisher geschah
Der Befund reiht sich in eine Reihe aktueller Erkenntnisse über den sich wandelnden Cannabiskonsum in den USA ein. Bereits am 16. September 2026 berichtete aktien.news, dass laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Rasmussen Reports nur noch ein Drittel der US-Amerikaner Marihuana für gefährlich hält. Weniger als die Hälfte der Befragten glaubte noch an die sogenannte Gateway-Theorie, wonach Cannabiskonsum den Einstieg in härtere Drogen begünstigt. 55 Prozent der Befragten sahen kaum oder gar kein Risiko im Konsum.
Am 23. September 2026 meldete aktien.news zudem, dass der Cannabiskonsum unter US-Jugendlichen auf ein historisches Allzeittief gefallen ist. Laut dem Youth Risk Behavior Survey 2025 der CDC konsumieren nur noch 12,9 Prozent der Highschool-Schüler Cannabis – ein deutlicher Rückgang gegenüber 23,1 Prozent im Jahr 2011, als die ersten Bundesstaaten mit der Legalisierung begannen.
Bereits am 18. April 2026 hatte aktien.news über zwei weitere relevante Entwicklungen berichtet: Zum einen erreichte der Cannabiskonsum unter älteren Erwachsenen ab 65 Jahren in den USA ein Rekordhoch von sieben Prozent, laut einer Analyse des Center for Drug Use and HIV/HCV Research der New York University. Zum anderen zeigte eine globale Umfrage der Universität Sydney, dass Betroffene von Essstörungen Cannabis und Psychedelika wie Psilocybin häufig als wirksamer einstuften als herkömmliche Antidepressiva.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger, die den Cannabis-Sektor beobachten, liefert die Umfrage interessante Einblicke in das Konsumverhalten und die gesellschaftliche Akzeptanz von Marihuana in den USA. Die Zahlen zeigen, dass Cannabis zunehmend in Alltagssituationen integriert wird – auch in Freizeitaktivitäten wie dem Wandern. Die wachsende Normalität des Konsums in der Bevölkerung ist ein Faktor, den Anleger bei der Bewertung von Cannabis-Unternehmen und deren Marktpotenzial berücksichtigen können.
Gleichzeitig verdeutlicht die Umfrage, dass der Markt für Cannabis-Produkte breiter und vielfältiger wird. Neben klassischem Marihuana werden auch CBD-Produkte und Psilocybin-basierte Substanzen von Wanderern genutzt – ein Hinweis auf eine zunehmende Differenzierung im Markt für psychoaktive und entspannende Substanzen. Dies könnte langfristig auch für Unternehmen relevant sein, die im Bereich alternativer Wellness-Produkte tätig sind. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.
Ausblick
Die Umfrage von Climbing Kilimanjaro gibt keinen konkreten Ausblick auf geplante Folgestudien oder politische Maßnahmen. Der gesellschaftliche Trend, Cannabis in Freizeitaktivitäten zu integrieren, dürfte jedoch die öffentliche Debatte über Regulierung und Sicherheit im Outdoor-Bereich weiter befeuern. Ob und wie Behörden auf den verbreiteten Substanzkonsum auf Wanderwegen reagieren werden, bleibt abzuwarten.
Kurz erklärt
- Cannabis: Pflanzliche Substanz, die psychoaktive Wirkstoffe enthält und in mehreren US-Bundesstaaten für Erwachsene legal ist.
- Psilocybin: Natürlich vorkommender psychoaktiver Wirkstoff, der in bestimmten Pilzarten vorkommt und zunehmend in der Forschung und im Freizeitkonsum diskutiert wird.
- CBD (Cannabidiol): Nicht-psychoaktiver Wirkstoff der Cannabispflanze, der häufig in Wellness-Produkten eingesetzt wird und in vielen Ländern legal erhältlich ist.
