UBS überrascht mit starkem Quartalsgewinn
Höhere Einnahmen, gesenkte Kosten und Fortschritte bei Credit-Suisse-Integration

Die Schweizer Großbank UBS hat im dritten Quartal 2024 mit einem deutlichen Gewinnsprung überrascht. Dank starker Mittelzuflüsse und einer positiven Börsenentwicklung erzielte die Bank einen Nettogewinn von rund 1,4 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von etwa 27 Prozent gegenüber dem Vorquartal entspricht. Analysten hatten ursprünglich mit einem Nettogewinn von nur 740 Millionen Dollar gerechnet, sodass die tatsächlichen Zahlen die Erwartungen weit übertrafen.
Auch bei den Erlösen verzeichnete UBS eine deutliche Zunahme. Die Einnahmen stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um neun Prozent auf 11,7 Milliarden Dollar, während die Kosten um vier Prozent auf 9,2 Milliarden Dollar gesenkt werden konnten. Dies führte zu einem Vorsteuergewinn von 2,4 Milliarden Dollar, was einem Anstieg von 161 Prozent entspricht. Besonders profitierte die UBS von hohen Transaktionsvolumina im Vermögensverwaltungsgeschäft und im Investmentbanking, obwohl die Zinserträge leicht zurückgingen.
Das Kerngeschäft, insbesondere der Bereich der Vermögensverwaltung, erwies sich erneut als tragende Säule des Gewinns. Im letzten Quartal flossen 25 Milliarden Dollar an neuem Anlegergeld hinzu, sodass das Unternehmen auf gutem Wege ist, sein Ziel von 100 Milliarden Dollar Neukundengeldern bis Jahresende zu erreichen. Die Investitionen der Kunden, besonders aus Nordamerika und Asien, spielten eine wesentliche Rolle im Wachstumsprozess.
Das Investmentbanking-Segment der UBS verzeichnete ebenfalls ein starkes Ergebnis. Der Umsatz in diesem Bereich stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 29 Prozent, und nach einem Verlust im letzten Jahr erzielte die Sparte nun einen Gewinn von 405 Millionen Dollar. Auch das Asset-Management verbesserte sich signifikant: Der Vorsteuergewinn stieg im Vergleich zum dritten Quartal 2023 um mehr als 300 Prozent.
Im Rahmen der fortlaufenden Integration der Credit Suisse konnte UBS ebenfalls Fortschritte melden. Die Übernahme der Credit Suisse wurde im März 2023 durchgeführt, und die vollständige Integration wird bis 2026 angestrebt. UBS plant in diesem Zuge Kostensenkungen von insgesamt 13 Milliarden Dollar und hat bis Jahresende bereits Einsparungen von 7,5 Milliarden Dollar realisiert. Auch die technische Überführung der Credit-Suisse-Kunden auf die UBS-Plattform ist im Gange, wobei in den ersten Märkten Luxemburg und Hongkong bereits ein reibungsloser Umzug erfolgte.
Im Zuge dieser Umstrukturierungen wird es voraussichtlich zu umfangreichen Stellenstreichungen kommen. Zum Ende des dritten Quartals beschäftigte die Bank 109.396 Personen, was einen deutlichen Rückgang gegenüber den 122.000 Beschäftigten vor der Übernahme bedeutet. Trotz der erfreulichen Geschäftsentwicklung bleibt UBS hinsichtlich des wirtschaftlichen Ausblicks vorsichtig und verweist auf geopolitische Unsicherheiten und die bevorstehenden US-Wahlen, die das Verhalten der Anleger beeinflussen könnten.
