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Uber will 50.000 Rivian-Robotaxis: Warum das Rivian beflügeln könnte

Ein milliardenschwerer Deal mit Uber öffnet Rivian die Tür zum Robotaxi-Geschäft – und damit zu einem völlig neuen Geschäftsmodell.

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Uber will 50.000 Rivian-Robotaxis: Warum das Rivian beflügeln könnte

Rivian Automotive könnte vor einem Wendepunkt stehen. Ein neuer Deal mit Uber öffnet dem Elektrofahrzeughersteller die Tür zu einem völlig neuen Geschäftsfeld: Robotaxis. Uber plant, mindestens 10.000 autonome Rivian R2 Fahrzeuge einzusetzen, mit der Option, ab 2030 bis zu 40.000 weitere zu kaufen.

Das ist für Rivian enorm. Uber ist bereit, bis 2031 Investitionen in Höhe von 1,25 Milliarden US-Dollar in Rivian zu tätigen. Der Großteil dieser Gelder ist an das Erreichen spezifischer Meilensteine im Bereich des autonomen Fahrens durch Rivian gekoppelt.

Für ein Unternehmen, das für das gesamte Jahr 2026 lediglich 65.000 bis 70.000 ausgelieferte Fahrzeuge erwartet, ist dies nicht trivial. Der Deal zeigt, dass Rivian zunehmend nicht mehr nur als reiner E-Auto-Hersteller wahrgenommen wird, sondern als potenzieller Anbieter von Hardware und Software für autonomes Fahren.

Die Details

Zweifellos muss Rivian noch beweisen, dass es in der Lage ist, Elektrofahrzeuge profitabel im großen Maßstab herzustellen. Im zweiten Quartal lieferte das Unternehmen 12.194 Fahrzeuge aus und erzielte Umsatzerlöse in Höhe von 1,66 Milliarden US-Dollar. Es wurde ein Bruttogewinn von 179 Millionen US-Dollar ausgewiesen, doch sein Automobilgeschäft verzeichnete weiterhin einen Bruttoverlust von 36 Millionen US-Dollar. Zudem verbrauchte Rivian während des Quartals 849 Millionen US-Dollar an freiem Cashflow.

Doch Robotaxis könnten Rivian eine weitere Möglichkeit bieten, Geld mit der Technologie zu verdienen, an der es bereits arbeitet. Das neueste Ziel der Autonomieplattform von Rivian ist es, schließlich den Level 4 der Automatisierung zu erreichen. Auf diesem Niveau kann ein Fahrzeug ohne menschlichen Eingriff selbst fahren, jedoch nur innerhalb definierter Betriebsbedingungen. Rivian verkauft außerdem Autonomy+, seine fortschrittliche Fahrerassistenzsoftware, für 49,99 US-Dollar pro Monat oder 2.500 US-Dollar einmalig im Voraus. Dies bewegt Rivian zunehmend weg von der reinen Wirtschaftlichkeit des bloßen Fahrzeugbaus und des Eintreibens eines einmaligen Verkaufspreises.

Uber bringt etwas mit, was Rivian fehlt: ein enormes Skalenvolumen im Bereich Ride-Hailing. Allein im zweiten Quartal absolvierte Uber 3,9 Milliarden Fahrten, was einem Anstieg von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Wenn es Rivian gelingt, den Level-4-Autonomiestandard erfolgreich zu entwickeln, bietet ihm Uber ein fertiges Netzwerk, das Tausende autonomer Fahrzeuge in Betrieb nehmen kann.

Hintergrund: Was bisher geschah

Die jüngste Meldung ist kein isoliertes Ereignis. Bereits am 19.03.2026 berichtete aktien.news, dass Uber Technologies und Rivian Automotive eine weitreichende Kooperation vereinbart haben: Uber plant, bis zu 1,25 Milliarden US-Dollar in den Elektrofahrzeughersteller zu investieren, im Gegenzug sollen bis 2031 bis zu 50.000 autonome Fahrzeuge auf der Uber-Plattform eingesetzt werden. Konkret sieht die Vereinbarung vor, dass Uber oder seine Flottenpartner zunächst 10.000 autonome Versionen des kommenden Rivian-Modells R2 erwerben; ab 2030 besteht die Option auf bis zu 40.000 weitere Robotaxis. Der Einsatz der Fahrzeuge ist in mehreren Ländern geplant.

Ebenfalls am 19.03.2026 meldete aktien.news weitere Details: Der Fahrdienstvermittler erhält ab 2028 exklusiven Zugang zu 10.000 vollautonomen R2-SUVs als Robotaxis. Die Aktien von Rivian reagierten im vorbörslichen Handel mit einem Kursanstieg von rund 9 Prozent. Die Investition erfolgt in zwei Tranchen: Uber zahlt zunächst 300 Millionen US-Dollar sofort und finanziert den verbleibenden Betrag bis 2031 – allerdings nur, wenn Rivian zuvor definierte Meilensteine im Bereich des autonomen Fahrens erreicht.

Eine dritte Meldung vom 19.03.2026 ergänzte, dass die ersten Robotaxis in San Francisco und Miami starten sollen – zwei Städte, die bereits als Testfelder für autonomes Fahren gelten. Bis Ende 2031 könnten Tausende weiterer Fahrzeuge in bis zu 25 Städten in den USA, Kanada und Europa folgen. Die R2-Robotaxis werden ausschließlich über die Uber-App buchbar sein.

Schließlich berichtete aktien.news am 25.07.2026, dass Uber im Rennen um das autonome Fahren langfristig die Nase vorn haben könnte – und zwar nicht durch eigene selbstfahrende Fahrzeuge, sondern durch eine clevere Plattformstrategie. Während Tesla mit seinem Robotaxi namens Cybercab auf ein eigenes Ökosystem setzt, verfolgt Uber einen grundlegend anderen Ansatz, der laut Analysten des Motley Fool auf lange Sicht deutlich lukrativer sein könnte.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger ist die entscheidende Frage, ob Rivian den Sprung vom verlustbringenden Fahrzeugbau zu einem profitableren Technologiegeschäft schafft. Die Zahlen des zweiten Quartals zeigen die Ambivalenz: Ein Bruttogewinn von 179 Millionen US-Dollar steht einem Bruttoverlust von 36 Millionen US-Dollar im Automobilgeschäft gegenüber, während der freie Cashflow mit 849 Millionen US-Dollar deutlich negativ blieb. Der Uber-Deal ändert an dieser operativen Realität kurzfristig nichts, erweitert aber das strategische Narrativ.

Positiv ist, dass Rivian mit Autonomy+ bereits ein wiederkehrendes Umsatzmodell etabliert hat – 49,99 US-Dollar pro Monat oder 2.500 US-Dollar einmalig. Sollte die Level-4-Autonomie gelingen, könnte Rivian künftig nicht nur Fahrzeuge verkaufen, sondern auch die Hardware und Software, die diese antreiben. Uber wiederum bringt mit 3,9 Milliarden Fahrten im zweiten Quartal und einem Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr die nötige Nachfragebasis mit.

Natürlich bestehen weiterhin Risiken. Rivian hat den kommerziellen Einsatz von Level-4-Autonomie noch nicht nachgewiesen; die ersten Ausrollungen werden erst für 2028 erwartet, und die zusätzlichen 40.000 Fahrzeuge sind keine garantierten Käufe. Anleger sollten daher sowohl die Meilenstein-Kopplung der Uber-Investition als auch die operative Entwicklung des Kerngeschäfts im Blick behalten. Dies ist keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.

Ausblick

Der Zeitplan ist ambitioniert: Die ersten Robotaxis sollen 2028 starten, die Option auf bis zu 40.000 weitere Fahrzeuge greift ab 2030, und die Investitionen Ubers sollen bis 2031 fließen. Bis Ende 2031 könnten die Fahrzeuge in bis zu 25 Städten in den USA, Kanada und Europa unterwegs sein. Entscheidend bleibt, ob Rivian die definierten Meilensteine im autonomen Fahren erreicht – denn davon hängt der Großteil der 1,25 Milliarden US-Dollar ab. Gelingt dies, könnte Rivian nicht nur E-Fahrzeuge verkaufen, sondern auch die Hardware und Software, die diese antreiben. Und das würde die Spielregeln grundlegend ändern.

Kurz erklärt

  • Robotaxi: Ein selbstfahrendes Fahrzeug, das ohne menschlichen Fahrer Fahrgäste befördert.
  • Level 4 der Automatisierung: Eine Stufe des autonomen Fahrens, bei der das Fahrzeug innerhalb definierter Bedingungen ohne menschlichen Eingriff fährt.
  • Freier Cashflow: Der Geldbetrag, der einem Unternehmen nach Abzug der Investitionen aus dem operativen Geschäft verbleibt.
  • Ride-Hailing: Die Vermittlung von Fahrten über eine App zwischen Fahrgästen und Fahrern.
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