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Europas Luxusautobauer setzen im US-Markt auf XXL-SUVs

BMW, Audi und Volvo reagieren auf den Absatzeinbruch in China mit besonders großen Luxus-SUVs für die USA.

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Europas Luxusautobauer setzen im US-Markt auf XXL-SUVs

Angesichts eines schwierigen Marktumfelds in China setzen europäische Premium-Automobilhersteller auf eine neue Strategie in den USA. Mit einer Generation besonders großformatiger Luxus-SUVs wollen BMW, Audi und Volvo ihre Verkaufszahlen ankurbeln. Wie aus Investorengesprächen in München hervorgeht, plant BMW die Entwicklung eines speziell für den US-Markt konzipierten, überdimensionalen Sport-Utility-Vehicles. Auch Volvo Cars kündigte im Rahmen einer umfassenden Portfolio-Überarbeitung die Einführung eines größeren SUV-Modells an.

Audi hat bereits Fakten geschaffen und den Q9, das erste Full-Size-SUV der Marke, medienwirksam auf dem Dach eines New Yorker Hotels präsentiert. Damit untermauern die Ingolstädter ihren Anspruch, im lukrativen US-Segment der großen Geländewagen mitzuspielen. Der Schritt ist Teil einer breiter angelegten Offensive, mit der die europäischen Hersteller verlorenes Terrain zurückgewinnen wollen.

Warum die USA zum Rettungsanker werden

Der Vorstoß in den USA ist eine direkte Reaktion auf den massiven Absatzeinbruch in China, der für Unternehmen wie BMW, Mercedes-Benz und den Audi-Mutterkonzern Volkswagen besonders schmerzhaft ist. Der chinesische Markt, der zuvor bis zu 50 Prozent der Gewinne dieser Hersteller ausmachte, leidet derzeit unter sinkenden Immobilienpreisen und einer wachsenden Konkurrenz durch digital versierte lokale Anbieter. Vor diesem Hintergrund suchen die europäischen Konzerne in den USA nach neuem Wachstumspotenzial.

Håkan Samuelsson, CEO von Volvo Cars, begründete den strategischen Fokus in einem Interview mit der einfachen Erkenntnis: „Die Amerikaner lieben große SUVs. Warum sollten wir darauf nicht eingehen?“ Das Zitat bringt die neue Priorität der Branche auf den Punkt: Statt weiter gegen die schrumpfende Nachfrage in China anzukämpfen, richten die Hersteller ihren Blick auf einen Markt, in dem großformatige Fahrzeuge traditionell gefragt sind.

Ein riskanter, aber nachvollziehbarer Kurswechsel

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung in mehrfacher Hinsicht relevant. Die Margen im Segment der großen Luxus-SUVs gelten als überdurchschnittlich hoch, weshalb sich hier vergleichsweise schnell Erträge erzielen lassen. Zugleich zeigt der Schritt, wie stark die Abhängigkeit der europäischen Premiumhersteller vom chinesischen Markt in den vergangenen Jahren gewachsen war – und wie verwundbar sie dadurch gegenüber einer Eintrübung der dortigen Konjunktur geworden sind.

Die Strategie birgt jedoch auch Risiken. Der US-Markt ist hart umkämpft, und die europäischen Hersteller treffen dort auf etablierte Konkurrenz. Ob sich die Investitionen in eine neue Generation überdimensionaler SUV tatsächlich auszahlen, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell die Modelle auf den Markt kommen und wie gut sie bei der US-Kundschaft ankommen. Klar ist: Mit dem Q9 hat Audi den ersten konkreten Schritt gemacht, BMW und Volvo folgen mit ihren Ankündigungen. Der Wettlauf um die Gunst der amerikanischen SUV-Fahrer hat begonnen.

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