Uber übernimmt Catering-Plattform ezCater für 2,3 Milliarden Dollar
Uber kauft die US-Catering-Plattform ezCater in einem reinen Barkauf und stärkt damit sein Geschäft mit Firmenessen.

Uber Technologies Inc. setzt seine aggressive Expansionsstrategie im Liefergeschäft fort: Der US-Konzern übernimmt die Catering-Plattform ezCater für 2,3 Milliarden US-Dollar in bar. Die Transaktion wurde am Dienstag offiziell bekanntgegeben und soll in den kommenden Monaten abgeschlossen werden, sobald die behördlichen Genehmigungen vorliegen.
ezCater wurde 2007 gegründet und verbindet Unternehmen mit einem Netzwerk von über 140.000 Restaurants für geschäftliche Anlässe, Meetings und die tägliche Mitarbeiterverpflegung. Die Plattform ist damit ein spezialisierter Akteur im sogenannten Business-Catering-Segment – einem Markt, der sich strukturell von der klassischen Privatkundenlieferung unterscheidet. Bestellungen laufen hier nicht über Einzelpersonen, sondern über Firmen, die regelmäßig und in größerem Umfang Essen für ihre Belegschaft organisieren.
Die Details
Die Zahlen hinter ezCater sind beeindruckend: In den vergangenen zwölf Monaten erzielte das Unternehmen ein Bruttobuchungsvolumen von mehr als 2,5 Milliarden US-Dollar, bei einem Wachstum im hohen zweistelligen Prozentbereich. Besonders auffällig ist der durchschnittliche Bestellwert von über 400 US-Dollar – ein Vielfaches dessen, was im klassischen Essensliefergeschäft üblich ist. Zudem arbeitet ezCater auf Basis des operativen Ergebnisses (non-GAAP) bereits profitabel, was die Plattform für Uber zu einem attraktiven Zukauf macht.
Uber-CEO Dara Khosrowshahi betonte das Potenzial des Catering-Marktes als bedeutende Einnahmequelle für Restaurants. Durch die globale Reichweite von Uber soll das Angebot nun Millionen weiteren Kunden zugänglich gemacht werden. Nihad Rahman, CEO von ezCater, äußerte sich erfreut über den Zusammenschluss und die Integration in das Ökosystem aus Kunden, Händlern und Kurieren.
Strategisch soll die Zusammenführung der ezCater-Expertise mit dem bestehenden Netzwerk von Uber Eats und der Firmenkundensparte „Uber for Business" Synergien schaffen. Finanziell stuft Uber die Akquisition als margenfördernd ein. Als Finanzberater fungiert J.P. Morgan Securities LLC auf Seiten von Uber, während ezCater von Evercore beraten wird.
Hintergrund: Was bisher geschah
Die ezCater-Übernahme ist nicht Ubers erster großer Zukauf in jüngster Zeit. Bereits am 17. April 2026 berichtete aktien.news, dass Uber laut einem Bericht der Financial Times weitere 4,5 Prozent der Anteile am deutschen Essenslieferdienst Delivery Hero übernehmen sollte – ein früher Hinweis auf das strategische Interesse des Konzerns an einer tieferen Verzahnung mit dem europäischen Liefermarkt.
Am 27. Mai 2026 wurde dann bekannt, dass Uber ein Übernahmeangebot in Höhe von 11,6 Milliarden US-Dollar für Delivery Hero abgegeben hatte. Die Offerte sorgte zunächst für eine verhaltene Reaktion der Investoren, und die Uber-Aktie geriet unter Druck. Delivery Hero bestätigte den Vorgang in einer offiziellen Pflichtmitteilung.
Am 16. Juli 2026 meldete aktien.news schließlich den Abschluss einer endgültigen Vereinbarung: Uber übernimmt Delivery Hero für 14,8 Milliarden US-Dollar vollständig in bar. Den Aktionären von Delivery Hero wurde ein Preis von €41,50 je Aktie angeboten – ein Aufschlag von 8,7 Prozent gegenüber dem letzten Schlusskurs vor der Ankündigung. Mit dieser Transaktion verfolgt Uber das Ziel, den größten Essenslieferdienst außerhalb Chinas zu etablieren.
Was das für Anleger bedeutet
Die Marktreaktion auf die ezCater-Übernahme fiel positiv aus: Die Uber-Aktie notierte im vorbörslichen Handel am Dienstag rund 0,9 Prozent höher. Das ist ein moderates, aber klares Signal, dass Investoren den Schritt grundsätzlich begrüßen. Besonders relevant für Anleger ist die Einschätzung, dass die Akquisition margenfördernd wirken soll – also nicht nur Umsatz, sondern auch Profitabilität steigern dürfte.
Für deutsche Privatanleger ist der Kontext wichtig: Uber befindet sich in einer Phase intensiver Expansion, die erhebliche Barmittel bindet. Allein die Delivery-Hero-Übernahme umfasst 14,8 Milliarden US-Dollar, nun kommen weitere 2,3 Milliarden US-Dollar für ezCater hinzu. Beide Transaktionen werden als reine Barkäufe abgewickelt, was die Kapitalallokation des Konzerns in den Fokus rückt. Gleichzeitig signalisiert Uber mit der Kombination aus globalem Liefernetzwerk und spezialisiertem B2B-Catering eine klare Diversifizierungsstrategie jenseits des klassischen Privatkundengeschäfts.
Die Tatsache, dass ezCater bereits auf non-GAAP-Basis profitabel ist und ein hohes Wachstum vorweist, reduziert das Integrationsrisiko im Vergleich zu defizitären Zukäufen. Anleger sollten jedoch beachten, dass beide Großübernahmen noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen stehen.
Ausblick
Die Übernahme von ezCater soll in den kommenden Monaten abgeschlossen werden, sobald die üblichen behördlichen Genehmigungen erteilt sind. Uber plant, die Catering-Plattform in sein bestehendes Ökosystem aus Uber Eats und „Uber for Business" zu integrieren und das Angebot über die globale Reichweite des Konzerns einem deutlich größeren Kundenkreis zugänglich zu machen. Auch die Delivery-Hero-Transaktion im Volumen von 14,8 Milliarden US-Dollar steht noch aus und wartet auf regulatorische Freigaben.
Kurz erklärt
- Bruttobuchungsvolumen: Der Gesamtwert aller über eine Plattform abgewickelten Bestellungen, unabhängig davon, welcher Anteil davon beim Unternehmen verbleibt.
- non-GAAP-Ergebnis: Eine Kennzahl, die bestimmte Sonderposten wie Abschreibungen oder aktienbasierte Vergütungen aus dem Ergebnis herausrechnet, um die operative Ertragskraft besser abzubilden.
- B2B-Catering: Die Verpflegung von Unternehmen und deren Mitarbeitern durch externe Anbieter, im Gegensatz zum Privatkundengeschäft (B2C).
