Türkei plant 10% Steuer auf Krypto-Gewinne für Anleger
Die türkische Regierungspartei AKP schlägt eine Quellensteuer auf Kryptowährungs-Einkünfte sowie eine Transaktionsabgabe für Dienstleister vor.

Die türkische Regierungspartei hat einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der eine Steuer von 10% auf Einkünfte und Gewinne aus Krypto-Transaktionen vorsieht. Autorisierte Plattformen sollen diese Quellensteuer vierteljährlich einbehalten und abführen. Gewinne, die außerhalb regulierter Plattformen erzielt werden, müssen Anleger eigenständig in ihrer jährlichen Steuererklärung angeben.
Neben der Anlegersteuer sieht der Entwurf auch eine Abgabe für Krypto-Dienstleister vor. Plattformen und Vermittler sollen eine Transaktionssteuer von 0,03% auf alle von ihnen durchgeführten oder vermittelten Verkaufs- und Übertragungsgeschäfte entrichten. Damit zielt der Vorschlag sowohl auf private Nutzer als auch auf die Anbieterseite des Marktes ab.
Boomender Krypto-Markt treibt Regulierung voran
Der Hintergrund dieser Regulierungsoffensive ist der rasante Anstieg der Krypto-Nutzung in der Türkei. Hohe Inflationsraten und die anhaltende Abwertung der türkischen Lira haben viele Bürger in Kryptowährungen getrieben, um ihr Vermögen zu schützen. Die türkischen Behörden haben die Aufsicht über Krypto-Plattformen in den vergangenen Jahren bereits schrittweise verschärft.
Die Türkei gehört global zur Spitzengruppe bei der Krypto-Adoption. Laut dem US-Blockchain-Analyseunternehmen Chainalysis erreichte das Transaktionsvolumen im Jahr 2025 fast 200 Milliarden US-Dollar – ein Wert, der andere Märkte der Region deutlich übertrifft. Damit ist die Türkei für internationale Krypto-Investoren und Plattformen ein bedeutender Markt.
Für deutsche Anleger und Krypto-Unternehmen, die in der Türkei aktiv sind, hätte der Entwurf direkte Konsequenzen. Die geplante Quellensteuer würde die Steuerpflicht automatisieren und den Verwaltungsaufwand für Privatanleger reduzieren, gleichzeitig aber die Renditen schmälern. Ob und wann der Vorschlag in Kraft tritt, ist derzeit noch offen.
