Circle Internet: Gewinn explodiert trotz Krypto-Abschwung um 2.900 Prozent
Der Stablecoin-Emittent Circle Internet Group verzeichnet im vierten Quartal einen spektakulären Gewinnanstieg – angetrieben von ungebrochener Nachfrage nach USDC.

Circle Internet Group (CRCL), Emittent des weltweit zweitgrößten Stablecoins USDC, hat für das vierte Quartal 2025 außergewöhnliche Ergebnisse vorgelegt. Der Nettogewinn aus dem laufenden Geschäft stieg auf 133,4 Millionen US-Dollar – umgerechnet 43 Cent je Aktie. Im Vergleichsquartal des Vorjahres hatte das Unternehmen lediglich 4,4 Millionen Dollar verdient, was einem Anstieg von rund 2.900 Prozent entspricht.
Auch beim Umsatz lieferte Circle starke Zahlen: Der Gesamtumsatz kletterte um 77 Prozent auf 770 Millionen Dollar. Analysten hatten im Konsens lediglich 747 Millionen Dollar Umsatz und einen Gewinn von 16 Cent je Aktie erwartet. Circle übertraf damit die Schätzungen der Wall Street deutlich auf beiden Kennziffern.
Die Börse reagierte mit Euphorie: Die Aktie legte am Mittwoch um bis zu 35 Prozent zu – laut Dow Jones Market Data der größte prozentuale Tagesgewinn in der Unternehmensgeschichte. Im vorbörslichen Handel war zunächst ein Plus von 16 Prozent registriert worden.
Stablecoin-Nachfrage als Wachstumsmotor
Der Treiber hinter dem Ergebnissprung ist die anhaltend hohe Nachfrage nach Circles Stablecoin USDC, selbst während des breiten Krypto-Abschwungs Ende 2025. Stablecoins sind digitale Währungen, deren Wert an eine Fiat-Währung – meist den US-Dollar – gekoppelt ist. In turbulenten Marktphasen flüchten viele Krypto-Anleger in diese stabilen Alternativen, was Circle direkt zugutekam.
Die Resilienz des Stablecoin-Geschäftsmodells zeigt sich gerade in der Krise: Während spekulative Token massiv an Wert verloren, blieb die Nutzung von USDC als Wertspeicher und Transaktionsmittel robust. Genau dieses Merkmal macht Circle zu einem strukturellen Gewinner in volatilen Kryptomärkten.
Aktie weit unter Allzeithoch – trotz Kurssprung
Trotz des beeindruckenden Tagesgewinns befindet sich die Circle-Aktie noch weit unter ihrem Höchststand nach dem Börsengang im Juni 2025. Seit dem Allzeithoch hat das Papier je nach Quelle zwischen 70 und 80 Prozent an Wert verloren – ein Spiegelbild des breiten Krypto-Abschwungs, der Investorenstimmung und Tokenpreise schwer belastete.
Für deutsche Privatanleger, die den Krypto-Sektor beobachten, verdeutlichen Circles Quartalszahlen eine wichtige Unterscheidung: Stablecoin-Infrastrukturunternehmen können sich strukturell besser behaupten als rein spekulative Kryptowerte. Die Fähigkeit, auch in Bärenmärkten profitabel zu wachsen, dürfte das Interesse institutioneller Investoren weiter steigern.
