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TSMC erzielt Rekordgewinn: KI-Nachfrage treibt Nettogewinn um 69 Prozent

Der taiwanische Chipriese übertrifft die Analystenerwartungen deutlich und baut seine Kapazitäten weiter aus.

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TSMC erzielt Rekordgewinn: KI-Nachfrage treibt Nettogewinn um 69 Prozent

Der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger TSMC hat seinen sechsten Rekordquartalsgewinn in Folge vorgelegt. Der Nettogewinn des taiwanischen Konzerns kletterte um 69 Prozent auf 21,02 Milliarden Euro. Damit übertraf das Unternehmen die Erwartungen der Analysten deutlich, die im Vorfeld rund 500 Millionen Euro weniger prognostiziert hatten.

Auch beim Umsatz setzte TSMC ein Ausrufezeichen: Die Erlöse sprangen um 50 Prozent auf 41,66 Milliarden Euro und markierten damit einen neuen Höchststand. Treiber dieser Entwicklung ist der wachsende Bedarf an KI-Prozessoren, der die Nachfrage nach den Fertigungskapazitäten des Konzerns beständig nach oben treibt.

TSMC ist der wertvollste börsennotierte Konzern Asiens und gilt als zentraler Zulieferer der globalen Chipindustrie. Zu den wichtigsten Kunden zählen Nvidia und Apple, die ihre Prozessoren für KI-Anwendungen und Endgeräte bei dem Taiwaner fertigen lassen. Der anhaltende KI-Boom sorgt dafür, dass die Auftragsbücher prall gefüllt sind.

Arbeit an der Kapazitätsgrenze

Inzwischen arbeitet TSMC nach eigenen Angaben an der Kapazitätsgrenze. Das Unternehmen kann die hohe Nachfrage kaum noch bedienen, weshalb ein Ausbau der Fertigungsanlagen geplant ist. Für das laufende Jahr stellt der Konzern Investitionen zwischen 52 und 56 Milliarden Euro in Aussicht.

Ein erheblicher Teil dieser Mittel fließt in den langfristigen Aufbau von Werken in den USA. Allein in Arizona investiert TSMC 265 Milliarden Dollar. Darüber hinaus erwägt der Konzern laut Insidern den Bau einer weiteren Anlage im Bundesstaat Texas. Dort plant auch Tesla-Chef Elon Musk eine Mega-Chipfabrik namens Terafab. Berichten zufolge prüft TSMC sogar eine Anmietung dieser Anlage.

Für Anleger ist die Nachricht ein zweischneidiges Signal. Einerseits unterstreicht das Rekordergebnis die starke Marktstellung von TSMC und die ungebrochene Dynamik im KI-Segment. Andererseits steigen mit den milliardenschweren Investitionen auch die Risiken: Hohe Kapitalbindung, geopolitische Spannungen rund um Taiwan und die Abhängigkeit von wenigen Großkunden gehören zu den zentralen Unsicherheitsfaktoren.

Analyst sieht Investitionen als nicht ausreichend

Ob die geplanten Ausgaben genügen, um mit der Nachfrage Schritt zu halten, ist unter Experten umstritten. Der Analyst Charlie Chan von der Investmentbank Morgan Stanley äußerte die Einschätzung, dass die Investitionen des Konzerns nicht ausreichen dürften. Sollte sich diese Prognose bewahrheiten, könnte TSMC weiter unter Kapazitätsengpässen leiden – mit möglichen Folgen für die Lieferketten der gesamten Branche.

Für Privatanleger lohnt sich daher ein genauer Blick auf die weitere Entwicklung. Entscheidend sind weniger die Quartalszahlen selbst als vielmehr die Frage, wie schnell TSMC neue Kapazitäten ans Netz bringt und ob die Nachfrage nach KI-Chips dauerhaft auf hohem Niveau bleibt. Auch die Fortschritte bei den US-Standorten in Arizona und Texas dürften den langfristigen Ausblick maßgeblich bestimmen.

Klar ist: Der KI-Boom hat TSMC fest im Griff. Der Konzern profitiert wie kaum ein zweites Unternehmen von der weltweiten Nachfrage nach Rechenleistung – und investiert zugleich in einem Tempo, das die gesamte Chipbranche prägt.

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