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Trumps Wirtschaftstheorie scheitert: Zinsen und Inflation steigen weiter

Die Rechnung des Weißen Hauses ging nicht auf: Statt sinkender Zinsen treiben Trumps eigene Maßnahmen die Inflation an.

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Trumps Wirtschaftstheorie scheitert: Zinsen und Inflation steigen weiter

In den frühen Tagen der zweiten Amtszeit von Präsident Trump legten seine Wirtschaftsberater eine einfache Theorie vor: Man müsse dem Anleihemarkt nur zeigen, dass Washington es ernst meine mit dem Abbau seiner klaffenden Defizite – dann würden die langfristigen Zinssätze von selbst sinken. Trump könnte in diesem Szenario die Federal Reserve in Ruhe lassen, so die Hoffnung des neuen Teams.

Doch die Realität sieht anders aus. Die Inflation steigt, die Fed erhöht die Leitzinsen, und die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen liegt deutlich über dem Niveau vom Tag der Amtseinführung. Das neue Wirtschaftsteam hatte die hohen Zinsen zunächst auf übermäßige Ausgaben aus der Biden-Ära zurückgeführt – eine Erklärung, die sich angesichts der aktuellen Entwicklung als zu einfach erweist.

In der vergangenen Woche erreichte diese Rendite die höchsten Werte seit 2007. Investoren wogen dabei mehrere Faktoren gegeneinander ab: eine widerstandsfähige Wirtschaft, anhaltende Energieunterbrechungen, die die Preisdrucke verschärfen könnten, sowie eine Zentralbank, die geduldig wartet, bis diese nachlassen.

Die Theorie basierte auf fiskalischer Zurückhaltung

Das Kernproblem: Die Theorie des Weißen Hauses basierte auf fiskalischer Zurückhaltung, die nie eintrat. Zugleich übersah sie, wie viel von Trumps eigener Agenda die Preisdrucke nähren würde, die jetzt die Zinssätze in die Höhe treiben. Die erhoffte Disziplin bei den Staatsausgaben blieb aus, während andere politische Maßnahmen die Inflation zusätzlich befeuerten.

Drei konkrete Faktoren nennt die Quelle für den anhaltenden Preisdruck. Erstens erhöhten Zölle die Kosten für importierte Waren. Zweitens ließ der Krieg mit dem Iran die Öl- und Dieselpreise in die Höhe schnellen. Drittens schrumpften Einwanderungsbeschränkungen die Arbeitskräfte – ein Effekt, der den Druck auf Löhne und Preise verstärkt.

Diese Kombination stellt die ursprüngliche Kalkulation des Weißen Hauses grundlegend infrage. Statt der erwarteten Entspannung an den Anleihemärkten sieht sich die Regierung mit steigenden Finanzierungskosten konfrontiert. Für Anleger bedeutet das ein Umfeld, in dem die langfristigen Zinsen hartnäckig hoch bleiben.

Bedeutung für deutsche Anleger

Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung an den US-Anleihemärkten von erheblicher Bedeutung. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen gilt als globaler Referenzwert und beeinflusst Zinsniveau und Kapitalflüsse weltweit. Steigen die US-Renditen, kann das auch die Zinsen in Europa nach oben treiben und die Bewertung von Aktien belasten.

Die Federal Reserve steht dabei vor einem Dilemma: Sie muss die Inflation bekämpfen, ohne die Wirtschaft abzuwürgen. Solange die Preisdrucke durch Zölle, Energiepreise und einen engeren Arbeitsmarkt bestehen bleiben, dürfte die Notenbank kaum Spielraum für Zinssenkungen sehen. Die geduldige Haltung der Fed, die Investoren derzeit beobachten, spiegelt genau diese Abwägung wider.

Die ursprüngliche Hoffnung, dass fiskalische Disziplin allein die Zinsen senken würde, hat sich damit nicht erfüllt. Stattdessen zeigt sich, dass die eigene Politik der Regierung die Inflation antreibt – ein Ergebnis, das die Finanzmärkte nun mit höheren Risikoprämien quittieren. Ob und wann sich die Lage beruhigt, hängt maßgeblich davon ab, wie sich Energiepreise, Handelskonflikte und Arbeitsmarkt entwickeln.

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