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Trump unter Druck: Kritik an Diesel-Deal mit Russland wächst

Zwölf US-Senatoren fordern Trump auf, das Diesel-Abkommen mit Russland rückgängig zu machen – doch der Präsident verteidigt seinen Schritt.

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Trump unter Druck: Kritik an Diesel-Deal mit Russland wächst

US-Präsident Donald Trump gerät wegen eines umstrittenen Abkommens mit Russland zur Lieferung von Dieselkraftstoff zunehmend unter Druck. Ein parteiübergreifendes Schreiben von zwölf US-Senatoren, darunter sechs Republikaner, fordert den Präsidenten auf, die Vereinbarung rückgängig zu machen. Zu den Unterzeichnern zählen prominente Republikaner wie Mitch McConnell, Thom Tillis, Susan Collins, Alan Armstrong, Lisa Murkowski und John Cornyn sowie sechs demokratische Senatoren.

Das Abkommen sieht vor, dass Russland bis Mitte April insgesamt 4,8 Millionen Tonnen Diesel – umgerechnet rund 35,76 Millionen Barrel – auf den Weltmarkt bringt. Trump begründet den Schritt mit der Notwendigkeit, die hohen Kraftstoffpreise vor den anstehenden Zwischenwahlen am 3. November zu senken. Auf Truth Social betonte er, er habe die richtige Entscheidung für das amerikanische Volk getroffen.

Kritiker bewerten das Vorgehen deutlich schärfer. Sie bezeichnen das Abkommen als „Geschenk an einen Gegner“ und als Verrat an den Verbündeten – insbesondere an der Ukraine, die sich gegen Russlands Angriffskrieg verteidigt. Die Opposition im Kongress markiert damit eine seltene Abkehr von der bislang weitgehend geschlossenen Unterstützung der republikanischen Fraktion für Trumps außenpolitische Entscheidungen.

Experten zweifeln an der Wirkung auf die Preise

Ob der Deal die gewünschte Entlastung bei den Kraftstoffpreisen bringt, ist unter Marktanalysten umstritten. Laut Daten der US-Energiebehörde EIA entspricht die sofortige Liefermenge von 300.000 Tonnen weniger als dem Tagesbedarf des US-Transportsektors. Goldman Sachs schätzt, dass die Lieferungen die Großhandelspreise lediglich um 1 bis 2 Dollar pro Barrel senken könnten.

Andy Lipow von Lipow Oil Associates bezeichnet das Abkommen daher als „verbale Intervention“. Schließlich seien die USA ohnehin Netto-Exporteur von Diesel. Zudem bleibt unklar, wie Russland die zugesagten Mengen überhaupt liefern will, da das Land seine Exporte zuvor aufgrund ukrainischer Angriffe auf russische Raffinerien und Infrastruktur gedrosselt hatte.

Rechtliche und politische Streitpunkte

Ein weiterer Streitpunkt ist die Rechtmäßigkeit des Deals. Kritiker argumentieren, die Vereinbarung verstoße gegen ein erst kürzlich verabschiedetes Gesetz, das Sanktionen gegen russische Energieexporte vorsieht. Trump steht unter Druck, bis zum 18. Oktober über die formelle Umsetzung dieser Sanktionen gemäß dem „Lindsey O. Graham Sanctioning Russia and Iran Act of 2026“ zu entscheiden.

Während Trump behauptet, niemand habe ihn darüber informiert, dass Russland die Einnahmen für den Krieg nutzen könnte, warnen Senatoren, die Finanzspritze biete Putin einen Rettungsanker. Die politische Stimmung ist angespannt: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisierte das Abkommen scharf, woraufhin Trump den ukrainischen Präsidenten angriff und einen Führungswechsel in Kiew nahelegte.

Ungeachtet der Kritik sucht Trump nach weiteren Wegen, die Inflation und die hohen Energiekosten zu bekämpfen – etwa durch die Erlaubnis, steuerbefreiten Offroad-Diesel für Lkw zu nutzen. Die Skepsis im Kongress bleibt jedoch groß. Für deutsche Anleger ist die Auseinandersetzung vor allem deshalb relevant, weil sie die Unsicherheit an den globalen Energiemärkten erhöht und die Frage aufwirft, wie verlässlich politische Signale für die Ölpreisentwicklung tatsächlich sind.

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