Trump steht kurz vor Entscheidung für neuen Fed-Chef
US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, dass die Suche nach einem Nachfolger für Jerome Powell als Vorsitzender der Federal Reserve kurz vor dem Abschluss steht. In einem Interview deutete er an, seinen Favoriten bereits ausgewählt zu haben.

US-Präsident Donald Trump nähert sich offenbar einer finalen Entscheidung in der Frage, wer Jerome Powell als Vorsitzender der Federal Reserve (Fed) ablösen soll. In einem Interview am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos erklärte Trump, dass die Liste der Kandidaten stark eingegrenzt sei. "In meinem Kopf ist es vielleicht nur noch einer", sagte der Präsident.
Vier Finalisten im Rennen
Die im September 2024 begonnene Suche umfasste zeitweise bis zu elf Kandidaten. Als Finalisten gelten der ehemalige Fed-Gouverneur Kevin Warsh, der amtierende Gouverneur Christopher Waller, der Chef des Nationalen Wirtschaftsrats Kevin Hassett sowie Rick Rieder, Leiter des Rentenbereichs bei BlackRock. Trump bezeichnete Rieder, der als letzter Kandidat interviewt wurde, als "beeindruckend".
Hassett und Bessent wohl nicht mehr im Rennen
In den vergangenen Tagen hatte Trump erklärt, dass er Hassett lieber beim Nationalen Wirtschaftsrat belassen möchte, was diesen faktisch aus dem Rennen nimmt. Auch Finanzminister Scott Bessent, der den Interviewprozess leitete und früher selbst als Kandidat galt, scheidet aus. "Scott will nur dort bleiben, wo er ist", sagte Trump.
Eskalierender Konflikt mit der Fed
Die bevorstehende Entscheidung ist der jüngste Höhepunkt in einem Jahr beispielloser Spannungen zwischen Trump und der Zentralbank. Der Präsident hatte Powell bereits während seiner ersten Amtszeit von 2017 bis 2021 scharf kritisiert, verschärfte den Ton 2025 jedoch erheblich. Neben verbalen Attacken drohte Trump mit Powells Entlassung und versuchte tatsächlich, Gouverneurin Lisa Cook abzusetzen. Dieser Schritt war am Mittwoch Gegenstand einer Anhörung vor dem Obersten Gerichtshof.
Powells Zukunft ungewiss
Obwohl Powells Absetzung als Vorsitzender nahezu sicher scheint, bleibt die Frage offen, ob er für die verbleibenden zwei Jahre seiner Amtszeit als Gouverneur im Amt bleiben wird. Ein Verbleib würde Powell weiterhin Einfluss auf die Geldpolitik und Zinssätze sichern und könnte als Gegengewicht zu Trumps Bemühungen dienen, stärkere Kontrolle über die Fed-Entscheidungen auszuüben. Trump zeigte sich bezüglich dieser Entscheidung gleichgültig.
Kritik an Renovierungsprojekt
Zusätzlich kritisierte Trump Powell erneut wegen des Renovierungsprojekts der Fed-Zentrale, dessen Kosten sich auf über 2,5 Milliarden Dollar belaufen. Das Justizministerium hat Powell im Zusammenhang mit diesem Projekt bereits vorgeladen. Die Kontroverse um die Unabhängigkeit der Zentralbank dürfte die Finanzmärkte in den kommenden Wochen weiter beschäftigen.
