Trump plant Rückzieher: Stahl- und Aluminiumzölle vor Lockerung
US-Regierung prüft Abbau von Importzöllen auf Metallprodukte - Sorge vor steigenden Verbraucherpreisen wächst

Die Trump-Administration erwägt offenbar eine teilweise Rücknahme der umstrittenen Stahl- und Aluminiumzölle. Wie die Financial Times unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, wird derzeit die Liste der betroffenen Produkte überprüft. Einige Artikel könnten bereits in Kürze wieder von den Abgaben befreit werden.
Die Kehrtwende kommt nicht von ungefähr: Im Handelsministerium und beim US-Handelsbeauftragten wachsen die Bedenken, dass die Zölle amerikanischen Verbrauchern mehr schaden als nutzen. Besonders betroffen sind Alltagsprodukte wie Konserven- und Getränkedosen, deren Preise durch die Abgaben deutlich gestiegen sind.
Statt einer pauschalen Zollpolitik soll künftig gezielter vorgegangen werden. Einzelne Importwaren werden dann unter dem Aspekt der nationalen Sicherheit geprüft - ein Ansatz, der mehr Flexibilität im internationalen Handel verspricht. Neue Produkte sollen vorerst nicht mehr auf die Zollliste kommen.
Politischer Druck vor Zwischenwahlen
Die geplante Lockerung dürfte auch politisch motiviert sein. Eine aktuelle Reuters-Ipsos-Umfrage zeigt: 59 Prozent der US-Bürger sind unzufrieden damit, wie die Regierung auf steigende Lebenshaltungskosten reagiert. Mit den Zwischenwahlen im November vor der Tür wird dieses Thema zum entscheidenden Faktor.
Trump hatte die Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte im vergangenen Jahr eingeführt und dabei Abgaben von bis zu 50 Prozent verhängt. Die Maßnahme diente ihm wiederholt als Druckmittel in Verhandlungen mit Handelspartnern. Experten hatten von Anfang an vor steigenden Preisen für Endverbraucher gewarnt.
Auswirkungen auf Märkte und Industrie
Für die europäische Stahlindustrie könnte eine Lockerung der US-Zölle neue Exportchancen eröffnen. Gleichzeitig bleibt abzuwarten, wie sich die angekündigte Einzelfallprüfung in der Praxis auswirkt. Eine offizielle Stellungnahme der US-Regierung zu den Berichten steht noch aus.
Die Entwicklung zeigt: Selbst protektionistische Handelspolitik stößt an Grenzen, wenn sie die eigene Bevölkerung belastet. Für Anleger in der Stahl- und Aluminiumindustrie sowie bei Verpackungsherstellern könnte sich das Marktumfeld in den kommenden Monaten spürbar verändern.
