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EU-Handelsbilanz schrumpft: US-Zölle und China-Importe belasten Europas Wirtschaft

Exportüberschuss sinkt auf 12,9 Milliarden Euro – USA-Exporte brechen um 12,6 Prozent ein

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EU-Handelsbilanz schrumpft: US-Zölle und China-Importe belasten Europas Wirtschaft

Der Handelsbilanzüberschuss der Europäischen Union ist im Dezember auf 12,9 Milliarden Euro geschrumpft, wie aktuelle Daten des Statistikamts Eurostat zeigen. Im Vorjahr lag der Überschuss noch bei 13,9 Milliarden Euro. Besonders dramatisch entwickelten sich die Exporte in die USA, die um 12,6 Prozent einbrachen und den Überschuss mit dem wichtigsten Handelspartner um ein Drittel auf nur noch 9,3 Milliarden Euro drückten.

Verantwortlich für den Rückgang sind vor allem sinkende Verkäufe von Maschinen und Fahrzeugen – traditionell die Zugpferde des europäischen Exports. Auch der Chemiesektor verzeichnete deutliche Umsatzeinbußen. Gleichzeitig verschärft sich die Lage im Handel mit China: Das Defizit gegenüber der Volksrepublik stieg von 24,5 Milliarden auf 26,8 Milliarden Euro, da chinesische Importe die heimische Produktion zunehmend verdrängen.

Die EU-Staats- und Regierungschefs kamen am Donnerstag zusammen, um Strategien gegen die wirtschaftliche Rivalität der USA und Chinas zu entwickeln. Die sich verändernden Handelsbeziehungen setzen Europa seit Jahren unter Druck und stellen das Wirtschaftsmodell der Union grundsätzlich infrage.

Zölle belasten langfristig

Seit die USA Anfang 2025 eine Reihe neuer Zölle ankündigten, zeigen sich die europäischen Exporte volatil. Bereinigt um diese Schwankungen zeichnet sich jedoch ein klarer Abwärtstrend ab: Höhere Preise zwingen US-Importeure entweder zum Verzicht oder zur Suche nach alternativen Lieferanten. Ökonomen gehen davon aus, dass Europa Jahre benötigen wird, um diese verlorenen Marktanteile zurückzugewinnen.

Die Lücke wiegt schwer, da Nettoexporte bisher ein zentraler Wachstumstreiber waren. Analysten erwarten für die Eurozone nun mehrere Jahre mit einer Expansion von kaum mehr als einem Prozent pro Jahr. Die Binnenwirtschaft zeigt sich jedoch überraschend robust: Investitionen in Künstliche Intelligenz und steigender privater Konsum stützen die Konjunktur.

Moderates Wachstum trotz Handelsschock

Im letzten Quartal 2025 wuchs die Eurozone um 0,3 Prozent, wie Eurostat in einer separaten Mitteilung bestätigte. Ein positives Signal kommt auch vom Arbeitsmarkt: Die Beschäftigung stieg im Vergleich zum Vorquartal um 0,2 Prozent und blieb damit stabil.

Besondere Hoffnungen ruhen auf Deutschland, wo die Bundesregierung die Investitionen in Verteidigung und Infrastruktur massiv hochfährt – zwei lange vernachlässigte Bereiche. Diese Ausgaben kommen zwar nur langsam in Schwung, dürften aber bereits im zweiten Quartal stützend wirken und bis Jahresende ihre volle Wirkung entfalten.

Die Europäische Zentralbank sieht in der Krise auch eine Chance: Der Abbau interner Handelsbarrieren könnte nach EZB-Schätzungen die durch US-Zölle verlorenen Marktanteile kompensieren. Die externen Herausforderungen könnten somit längst überfällige Reformen im Inneren der Union anstoßen.

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