Trump nominiert Erica Schwartz zur neuen CDC-Direktorin
Nach monatelanger Führungslosigkeit soll die frühere stellvertretende Generalärztin die angeschlagene US-Gesundheitsbehörde leiten.

US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag Erica Schwartz als neue Direktorin der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) nominiert. Die Nominierung beendet eine monatelange Suche nach einer dauerhaften Führung für die krisengeplagte US-Gesundheitsbehörde. Schwartz muss noch vom Senat bestätigt werden, bevor sie ihr Amt offiziell antreten kann.
Schwartz bringt eine beeindruckende Karriere im öffentlichen Gesundheitsdienst mit. Sie war während der ersten Trump-Regierung als stellvertretende Generalärztin (Deputy Surgeon General) tätig und spielte eine zentrale Rolle bei der US-Reaktion auf die Covid-19-Pandemie. Darüber hinaus blickt sie auf mehr als 20 Dienstjahre in Uniform zurück – unter anderem als Konteradmiralin und Chefärztin der Küstenwache.
Turbulente Monate für die CDC
Die Nominierung erfolgt zu einem äußerst schwierigen Zeitpunkt für die Behörde. Die CDC leidet unter einer Reihe von Führungswechseln, sinkender Arbeitsmoral, erheblicher Personalfluktuation und umstrittenen Änderungen der US-Impfpolitik. Zusätzlich wurden die Mitarbeiter im vergangenen Jahr durch einen bewaffneten Angriff auf das CDC-Hauptquartier in Atlanta am 8. August erschüttert.
Zuletzt fungierte Dr. Jay Bhattacharya als kommissarischer Direktor der CDC – ein Titel, der im vergangenen Monat gemäß dem sogenannten Vacancies Act auslief. Dieses US-Bundesgesetz begrenzt die Amtszeit eines kommissarischen Beamten, der einen vom Senat bestätigten Amtsträger vertritt, auf 210 Tage. Genau diese Frist war abgelaufen, seit die letzte CDC-Direktorin, Dr. Susan Monarez, entlassen worden war.
Monarez war bislang die einzige Person, die während Trumps zweiter Amtszeit als bestätigte CDC-Direktorin fungierte – und das für weniger als einen Monat im vergangenen Sommer. In einer Kongressanhörung im September erklärte sie, sie sei entlassen worden, nachdem sie sich den Forderungen von Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. widersetzt hatte. Konkret habe sie Impfempfehlungen nicht zugestimmt, denen ihrer Ansicht nach die wissenschaftliche Grundlage fehlte.
Impfpolitik bleibt zentrales Streitthema
Gesundheitsminister Kennedy beaufsichtigt derzeit eine Reihe umstrittener gesundheitspolitischer Änderungen bei der CDC, darunter eine Neuausrichtung der Impfempfehlungen für Kinder. Im vergangenen Monat blockierte ein Richter Bemühungen eines wichtigen Impfgremiums, die US-Immunisierungspolitik grundlegend zu verändern – darunter das Vorhaben, die Zahl der empfohlenen Kinderimpfungen von 17 auf 11 zu reduzieren.
Wie Schwartz zu Impfstoffen und anderen zentralen gesundheitspolitischen Fragen steht und ob ihre Ansichten mit denen Kennedys übereinstimmen, ist bislang unklar. Dies dürfte jedoch ein zentrales Thema bei ihrer Senatsanhörung werden.
Ebenfalls am Donnerstag gab Trump bekannt, dass er Sean Slovenski zum stellvertretenden CDC-Direktor und Chief Operating Officer sowie Jennifer Shuford zur stellvertretenden CDC-Direktorin und Chief Medical Officer ernannt hat. Shuford leitete als Chefin des Texas Department of State Health Services im vergangenen Jahr die Reaktion des Bundesstaates auf einen massiven Masernausbruch und schrieb die erfolgreiche Eindämmung des Ausbruchs den Impfungen und Tests zu.
Das Vertrauen der US-Bevölkerung in die Bundesgesundheitsbehörden ist laut einer Umfrage der gesundheitspolitischen Forschungsgruppe KFF vom Februar während Kennedys Amtszeit als Gesundheitsminister drastisch gesunken – und das über das gesamte politische Spektrum hinweg. Schwartz steht damit vor der enormen Aufgabe, nicht nur die interne Führungskrise zu bewältigen, sondern auch das öffentliche Vertrauen in die Behörde wiederherzustellen.
