Trump fordert Handelsausgleich vor Gesprächen
Über 50 Länder streben Verhandlungen über US-Zölle an

US-Präsident Donald Trump hat sich offen für Gespräche mit Handelspartnern über eine mögliche Lockerung der neu eingeführten Zölle gezeigt. Dabei machte er jedoch deutlich, dass er nur unter der Bedingung verhandeln werde, dass das aus seiner Sicht bestehende Handelsdefizit der USA gegenüber Ländern wie China und den Mitgliedstaaten der Europäischen Union ausgeglichen werde. Trump erklärte, er habe am Wochenende mit zahlreichen internationalen Politikern gesprochen, die großes Interesse an einem Handelsabkommen signalisiert hätten. Ein solcher Deal sei jedoch nur möglich, wenn Handelsüberschüsse anderer Länder gegenüber den USA abgebaut würden.
Mit Blick auf China sprach Trump von einem immensen Handelsdefizit, das die Vereinigten Staaten jedes Jahr Hunderte Milliarden Dollar koste. Solange dieses Ungleichgewicht nicht beseitigt werde, werde er keinem Abkommen zustimmen. Auch gegenüber europäischen Ländern äußerte der Präsident massive Kritik. Die Europäische Union habe sich seiner Auffassung nach auf Kosten der USA bereichert. Die Gründung der EU sei nur erfolgt, um wirtschaftliche Vorteile auf Kosten Amerikas zu erlangen, so Trumps Aussage.
Nach Angaben seines Beraters Kevin Hassett haben sich mehr als 50 Länder an die US-Regierung gewandt, um über mögliche Ausnahmen und Erleichterungen bei den neuen Zöllen zu verhandeln. Diese Länder hätten erkannt, dass die Maßnahmen in erster Linie sie selbst treffen würden. Für die Verbraucher in den USA seien hingegen keine nennenswerten Auswirkungen zu erwarten, erklärte Hassett. Finanzminister Scott Bessent bestätigte die Zahl der interessierten Staaten, stellte aber klar, dass es auf die Qualität und Glaubwürdigkeit der Angebote ankomme.
US-Handelsminister Howard Lutnick betonte, dass die bereits angekündigten Zölle in Kraft blieben und nicht aufgeschoben würden. Die Maßnahmen seien Teil eines umfassenden Plans zur Neuausrichtung des globalen Handels. Auch vor dem Hintergrund der angespannten Lage an den Börsen erklärte Trump, dass er keine weiteren Kursverluste wünsche, jedoch bereit sei, kurzfristige wirtschaftliche Einbußen in Kauf zu nehmen, um langfristig strukturelle Probleme zu beheben.
In Europa bereiten sich die Mitgliedstaaten unterdessen auf mögliche Gegenmaßnahmen vor. Die Handelsminister der EU beraten über die nächsten Schritte und mögliche Reaktionen auf die von Trump eingeführten Sonderzölle. Im Raum stehen Vergeltungsmaßnahmen, falls die Gespräche mit den USA zu keinem Ergebnis führen sollten.
