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Investoren entdecken Deutschland neu

Sondervermögen weckt Hoffnung, doch klare Strategien fehlen weiterhin

2 Min
 Investoren entdecken Deutschland neu

Internationale Investoren richten ihren Blick wieder verstärkt auf Deutschland. Einer der Gründe dafür ist das neue Sondervermögen in Höhe von 500 Milliarden Euro, das durch jüngste Verfassungsänderungen ermöglicht wurde. Martin Neubert, Group Chief Investment Officer bei Copenhagen Infrastructure Partners (CIP), sieht darin ein Signal für eine mögliche wirtschaftliche Wiederbelebung. Deutschland entwickle sich aus seiner Sicht zu einem interessanten Markt mit erheblichem Aufholbedarf in nahezu allen Bereichen der Infrastruktur. Daraus ergäben sich große Chancen für neue Investitionen.

Copenhagen Infrastructure Partners ist ein global tätiger Investor und Entwickler von Projekten im Bereich der Energiewende mit Sitz in Dänemark. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren Projekte im Umfang von über 30 Milliarden Euro umgesetzt, vor allem im Bereich der Windkraft. Während CIP sich bislang auf andere Regionen konzentrierte, könnte Deutschland nun wieder stärker in den Fokus rücken. Die Voraussetzungen seien günstig, doch es bedürfe politischer Maßnahmen, um die Entwicklung voranzutreiben.

Laut Neubert fehlt es Deutschland derzeit an einer klaren wirtschaftlichen Strategie, um privates Kapital wirksam zu mobilisieren. Der politische Wille allein reiche nicht aus. Er schlägt vor, dass die entstehende schwarz-rote Koalition Investoren wie Versorgungswerken, Versicherungen und Pensionskassen erweiterte Möglichkeiten einräumt, um in alternative Anlageklassen wie Infrastruktur zu investieren. In dieser Hinsicht könne Deutschland von skandinavischen Ländern lernen, die bereits Erfahrungen mit der Einbindung privater Geldgeber gesammelt haben.

Die Notwendigkeit für Investitionen ist groß. Die Bruttoanlageinvestitionen in Deutschland sind seit drei Jahren rückläufig. Gleichzeitig steht das Land möglicherweise vor dem dritten Rezessionsjahr in Folge. Im internationalen Standortvergleich der Business School IMD Lausanne ist Deutschland auf Platz 24 abgerutscht. Diese Entwicklung unterstreicht den Handlungsbedarf.

Friedrich Merz (CDU) hatte zuletzt mehrfach betont, wie wichtig es sei, privates Kapital zu aktivieren, um den bestehenden Investitionsstau zu lösen. In diesem Zusammenhang gewinnt die Frage an Bedeutung, wie gezielt Rahmenbedingungen geschaffen werden können, die Investoren langfristig an den Standort Deutschland binden. Die kommenden Monate dürften zeigen, ob die neue Regierung diesem Anspruch gerecht wird.

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