Trump erwartet rasche Zinssenkungen von Fed-Kandidat Warsh
US-Präsident Trump macht deutlich: Er wäre enttäuscht, sollte sein Fed-Kandidat Kevin Warsh die Zinsen nicht sofort senken.

US-Präsident Donald Trump hat am Dienstag in einem Interview mit dem Sender CNBC klare Erwartungen an seinen Kandidaten für den Vorsitz der US-Notenbank Federal Reserve formuliert. Trump erklärte, er wäre enttäuscht, wenn Kevin Warsh die Zinsen nicht unmittelbar nach seinem Amtsantritt und der Bestätigung durch den US-Senat senken würde.
Die Aussage unterstreicht Trumps anhaltenden Druck auf die Geldpolitik der Fed. Der amtierende Präsident hat in der Vergangenheit wiederholt niedrigere Zinsen gefordert und die Unabhängigkeit der Notenbank damit indirekt in Frage gestellt. Mit der Nominierung von Warsh scheint Trump nun einen Kandidaten ins Spiel zu bringen, von dem er sich eine lockerere Geldpolitik erhofft.
Kevin Warsh ist kein Unbekannter in der Finanzwelt. Er war bereits von 2006 bis 2011 Mitglied des Gouverneursrats der Federal Reserve und gilt als erfahrener Ökonom und Finanzexperte. Für deutsche Anleger ist die Entwicklung an der Fed von großer Bedeutung, da US-Zinsentscheidungen die globalen Kapitalmärkte, den Wechselkurs des Euro zum Dollar sowie internationale Anleiherenditen maßgeblich beeinflussen.
Trumps Kommentar zu den Fed-Baukosten
Neben seinen Äußerungen zur Zinspolitik machte Trump auch eine Bemerkung zum neuen Gebäude der Federal Reserve. Er erklärte, man müsse die Baukosten des neuen Fed-Gebäudes „in Erfahrung bringen". Diese Aussage deutet auf ein weiteres Interesse Trumps an den Ausgaben und der Verwaltung der Notenbank hin, auch wenn er keine konkreten Zahlen oder Vorwürfe nannte.
Die Unabhängigkeit der Federal Reserve ist ein zentrales Prinzip des US-Finanzsystems. Notenbanker sind traditionell darauf bedacht, ihre geldpolitischen Entscheidungen frei von politischem Einfluss zu treffen. Trumps öffentliche Erwartungshaltung gegenüber einem noch nicht bestätigten Fed-Chef ist daher ungewöhnlich und wird von Marktbeobachtern aufmerksam verfolgt.
Bedeutung für die Märkte
Für Investoren weltweit ist die Frage der US-Zinspolitik von zentraler Bedeutung. Niedrigere Zinsen in den USA würden in der Regel Aktien stützen, den Dollar schwächen und Kapitalflüsse in andere Märkte begünstigen. Gleichzeitig könnte eine politisch motivierte Zinssenkung das Vertrauen in die Stabilität der US-Geldpolitik belasten.
Die Bestätigung von Warsh durch den US-Senat steht noch aus. Bis dahin bleibt offen, ob und wie schnell er im Falle seiner Ernennung tatsächlich die Zinsen anpassen würde. Trumps Aussagen vom Dienstag dürften die Debatte über die Unabhängigkeit der Fed und die künftige Richtung der US-Geldpolitik weiter anheizen.
