Trump-Effekt an der Börse: Wie Politik die Märkte langfristig prägt
Die Zeiten kurzer politischer Börsenausschläge sind vorbei. Experten beobachten: Trumps Handelspolitik und KI-Förderung verändern die Finanzmärkte nachhaltig – verstärkt durch automatisierten Handel.

**Weißes Haus als Taktgeber der Märkte
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Die Frankfurter Börse tanzt nach Washingtons Pfeife. "Donald Trump bestimmt die Richtung der Märkte durch seine Ankündigungen", konstatiert Tim Oechsner von der Steubing AG. Zolldrohungen, Gebietsansprüche und Handelskonflikte dominieren das Geschehen am Parkett. Was früher als kurzfristiges Störfeuer galt, entwickelt sich zunehmend zur Dauerbaustelle für Investoren.
Die alte Börsenweisheit "Politische Börsen haben kurze Beine" verliert an Gültigkeit. Während Finanzkrise 2008/2009 und Brexit als temporäre Schocks die Märkte erschütterten, zeichnet sich heute ein anderes Bild ab. Joachim Schallmayer von der DekaBank warnt: "Wir erleben eine Abkehr von der regelbasierten Weltordnung hin zu einer machtorientierten. Das lässt sich nicht aufhalten."
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TACO-Prinzip gibt Anlegern Hoffnung
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Ein neues Phänomen prägt den Handel: Das Akronym TACO steht für "Trump always chickens out" – Trump rudert zurück. Das Muster wiederholt sich: Maximale Forderungen aus dem Weißen Haus lösen Kurseinbrüche aus, politisches Einlenken folgt, die Börsen erholen sich. Jüngstes Beispiel war Davos, wo Trump nach Zolldrohungen wegen Grönland zurückruderte. Automobilaktien schossen daraufhin nach oben.
David Kohl von Julius Bär identifiziert einen Paradigmenwechsel: "Entscheidend ist heute: Was möchte der Staat unter Trump? Unternehmen, die das leisten können, profitieren massiv." Besonders US-Technologiekonzerne im KI-Sektor genießen staatliche Unterstützung und Zollschutz gegen ausländische Konkurrenz.
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Algorithmen verstärken politische Ausschläge
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Der automatisierte Handel verschärft die Situation dramatisch. Chris-Oliver Schickentanz von der Capitell AG erklärt: "Trends werden durch automatisierte Programme noch einmal verstärkt. Die Programme springen auf stark steigende Aktien auf – oder verkaufen bei Verlusten." Die Folge: Extremere Schwankungen als in der Vergangenheit.
Emotionen und Psychologie spielten zwar schon immer eine Rolle an den Börsen. Doch die Kombination aus politischer Unsicherheit und algorithmischem Handel potenziert die Ausschläge. "Die Amplitude fällt deutlich höher aus", so Schickentanz. Nach oben wie nach unten.
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Neue Ära für Anleger**
Das Fazit für Privatanleger: Politische Börsen sind im Dauerlauf. Der Einfluss politischer Entscheidungen wird größer, gravierender und wirkt länger nach. Die globale Ökonomie hat sich fundamental verändert. Investoren müssen sich auf anhaltende Volatilität einstellen – getrieben von Washington und verstärkt durch Maschinen. Die Zeiten schneller Erholungen nach politischen Schocks könnten endgültig vorbei sein.
