Trump bewirbt Wirtschaftsprojekte in umkämpften Bundesstaaten vor Zwischenwahlen
US-Präsident wirbt mit südkoreanischer Milliardeninvestition und neuen Industrieprojekten um Wähler in Schlüsselstaaten.

US-Präsident Donald Trump nutzt die aktuelle Woche, um in umkämpften Bundesstaaten groß angelegte, arbeitsplatzschaffende Projekte zu bewerben. Damit versucht er, Wähler vor den anstehenden Zwischenwahlen (Midterms) für sich zu gewinnen. Der Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund, dass Prognostiker zunehmend Verluste für seine Republikanische Partei erwarten, weil die Wähler angesichts wirtschaftlicher Sorgen skeptisch reagieren.
Bei einer Veranstaltung im Oval Office am Mittwochnachmittag hob Trump eine südkoreanische Investition in Höhe von 200 Milliarden US-Dollar hervor. Dieses Paket umfasst ein Erdgaspipeline-Projekt in Alaska im Wert von 54 Milliarden US-Dollar, ein Erdgaskraftwerk in Texas sowie acht Atomkraftwerke. Der Präsident pries zudem den republikanischen Senator Dan Sullivan aus Alaska und appellierte an die Wähler, ihre Stimme für ihn abzugeben.
Die Präsentation im Weißen Haus reiht sich in eine Serie von Ankündigungen ein, mit denen die Regierung wirtschaftliche Erfolge in den Vordergrund rückt. Bereits in dieser Woche kündigte Trump eine geplante Stahlhalle in Iowa an. Für Samstag steht ein Besuch in Ohio auf dem Programm. Beide Bundesstaaten gelten als besonders umkämpft und dürften bei den Zwischenwahlen eine entscheidende Rolle spielen.
Wirtschaft als Wahlkampfthema
Die Strategie ist erkennbar: Mit konkreten Investitionszusagen und industriellen Großprojekten will das Weiße Haus die wirtschaftliche Zuversicht der Wähler stärken. Die Ankündigungen fallen in eine Phase, in der die Republikaner laut Prognosen mit Verlusten rechnen müssen. Die Skepsis der Wähler speist sich vor allem aus wirtschaftlichen Sorgen, die als zentrales Motiv für die Wahlentscheidung gelten.
Für deutsche Anleger und Beobachter ist die Entwicklung insofern relevant, als die US-Wirtschaftspolitik und die Stimmung vor den Midterms erheblichen Einfluss auf die globalen Finanzmärkte haben. Investitionszusagen in Energieinfrastruktur – von Pipelines über Gaskraftwerke bis hin zur Kernenergie – können langfristig die Energiemärkte und damit auch die Preisentwicklung beeinflussen.
Die genannten Projekte verteilen sich geografisch über mehrere Bundesstaaten. Alaska profitiert demnach mit dem größten Einzelposten, dem Erdgaspipeline-Projekt im Volumen von 54 Milliarden US-Dollar. Texas erhält ein Erdgaskraftwerk, während acht Atomkraftwerke Teil des südkoreanischen Investitionspakets sind. Die genaue Aufteilung und der zeitliche Rahmen der einzelnen Vorhaben wurden in der Ankündigung nicht näher beziffert.
Mit der Kombination aus bundesstaatlichen Besuchen, konkreten Projektzusagen und der namentlichen Unterstützung republikanischer Senatoren wie Dan Sullivan versucht Trump, seine Partei in den entscheidenden Wahlkreisen zu positionieren. Ob diese Strategie die erwarteten Verluste abwenden kann, bleibt offen – die Prognosen deuten bislang in eine andere Richtung.
