ANZEIGE

Trip.com-Aktie bricht um 22% ein: Kartellermittlungen in China

Die Aktien des chinesischen Online-Reiseriesen Trip.com sind am Donnerstag in Hongkong um fast 22% eingebrochen. Auslöser ist eine Kartelluntersuchung der chinesischen Behörden wegen mutmaßlichen Missbrauchs der Marktmacht.

2 Min
Trip.com-Aktie bricht um 22% ein: Kartellermittlungen in China

Die Aktien von Trip.com, Asiens größtem Online-Reiseanbieter, erlebten am Donnerstag einen dramatischen Kurssturz. In Hongkong brachen die Papiere um fast 22% ein und waren damit der schwächste Wert im Hang-Seng-Index. Bereits am Mittwoch hatten die in New York gelisteten Aktien 17% verloren.

Kartellbehörde ermittelt wegen Marktmissbrauch

Auslöser des Kurseinbruchs ist eine Untersuchung der chinesischen Staatlichen Verwaltung für Marktregulierung (SAMR). Die Behörde wirft Trip.com den "mutmaßlichen Missbrauch seiner marktbeherrschenden Stellung und monopolistischer Praktiken" vor. Die Ermittlungen wurden am späten Mittwoch bekannt gegeben.

Trip.com ist gemessen an der Marktkapitalisierung der größte Online-Reiseanbieter in Asien und zählt weltweit zu den führenden Unternehmen der Branche. Das Unternehmen hält Beteiligungen an der britischen Flugsuchmaschine Skyscanner, dem indischen Reiseanbieter MakeMyTrip sowie mehreren chinesischen Reiseportalen.

Unternehmen kündigt Kooperation an

In einer offiziellen Stellungnahme erklärte Trip.com, man werde "aktiv mit der Untersuchung kooperieren". Der Geschäftsbetrieb laufe weiterhin normal. Das Unternehmen steht damit vor der größten regulatorischen Herausforderung seiner Geschichte.

Die SAMR ist für ihre harten Durchgreifen bekannt: 2021 verhängte die Behörde gegen den Tech-Giganten Alibaba eine Rekordstrafe von 18,2 Milliarden Yuan (2,8 Milliarden US-Dollar) wegen monopolistischer Praktiken. Dieser Präzedenzfall lässt auch für Trip.com erhebliche finanzielle Konsequenzen befürchten.

Ermittlungen treffen boomenden Reisemarkt

Die Untersuchung kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt für Trip.com. Der chinesische Reisemarkt steht vor einem Rekordjahr: Das Reisemarketing-Unternehmen China Trading Desk prognostiziert für 2026 zwischen 165 und 175 Millionen grenzüberschreitende Reisen von chinesischen Festlandbewohnern – nach geschätzten 155 Millionen im Vorjahr.

Besonders die Feiertage zum Chinesischen Neujahrsfest, die zwischen dem 15. und 23. Februar stattfinden, sind traditionell die stärkste Reisezeit. Im Jahr 2025 unternahmen laut Dragon Trail International 501 Millionen Chinesen Inlandsreisen während der Neujahrsfeiertage – ein Plus von 5,9% gegenüber dem Vorjahr. Die Tourismusausgaben stiegen um 7% auf 6,77 Billionen Yuan.

Anleger reagieren nervös

Für Investoren bedeutet der Kurseinbruch erhebliche Verluste. Der Donnerstag markiert den schlechtesten Handelstag für Trip.com in Hongkong seit der Notierung im April 2021. Die Unsicherheit über mögliche Strafen und regulatorische Auflagen dürfte die Aktie weiterhin belasten.

Die Entwicklung zeigt einmal mehr, dass chinesische Tech- und Internetunternehmen einem erhöhten regulatorischen Risiko ausgesetzt sind. Anleger sollten diese Faktoren bei Investitionsentscheidungen berücksichtigen.

Trip.ComKartelluntersuchungChinaAktiencrashOnline-ReiseanbieterSAMRMarktmissbrauchHang-Seng-Index

Meistgelesene News

  1. Tesla am Scheideweg: Rekordumsatz trifft auf milliardenschwere KI-Ambitionen
  2. Chevron und Halliburton: Öldeal mit Venezuela treibt Aktienkurse an
  3. Teslas 25-Milliarden-Wette: Vom Autobauer zum KI-Roboter-Konzern
  4. Führungswechsel bei Volksbank Brawo und L3Harris erschüttern Märkte
  5. Nvidia dominiert KI-Markt: 5,2 Billionen Dollar Marktwert und neue Rekorde

Disclaimer