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Traxys-CEO: Derivate für kritische Nischenmineralien könnten entstehen

Versorgungsängste und Preisvolatilität bei Rhenium und Co. treiben Nachfrage nach neuen Absicherungsinstrumenten, sagt Traxys-Chef Kristoff.

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Traxys-CEO: Derivate für kritische Nischenmineralien könnten entstehen

Derivatenkontrakte für kritische Nischenmineralien wie Rhenium oder Hafnium könnten in den kommenden Jahren Realität werden. Das sagte Mark Kristoff, CEO des Rohstoffhändlers Traxys, am Rande des Financial Times Global Commodities Summit in Lausanne, Schweiz. Treiber dieser Entwicklung seien wachsende Versorgungsängste und zunehmende Preisvolatilität bei strategisch wichtigen Materialien.

Mineralien wie Rhenium und Hafnium sind außerhalb von Spezialmärkten kaum bekannt, für die Luft- und Raumfahrt, die Verteidigungsindustrie und den Energiesektor jedoch unverzichtbar. Die wachsende Nachfrage bei gleichzeitig begrenztem Angebot hat die Preise für viele dieser kritischen Mineralien bereits deutlich in die Höhe getrieben. Industrielle Nutzer suchen deshalb zunehmend nach besseren Instrumenten, um sich gegen Preisrisiken abzusichern.

„Derivatinstrumente werden an Bedeutung gewinnen. Getrieben wird dies durch die Sorge um die Verfügbarkeit und die Frage, wie man Preisrisiken und Volatilität bei vielen dieser Produkte steuert", sagte Kristoff gegenüber Reuters. Er zeigte sich überzeugt, dass sich der Markt in den nächsten Jahren grundlegend verändern könnte: „Einige dieser Märkte sind derzeit noch zu klein, aber in fünf Jahren könnte das Gespräch schon ganz anders aussehen."

Kleine Märkte als Hürde für Derivate

Ein wesentliches Hindernis für börsengehandelte Produkte ist die geringe Liquidität vieler sogenannter Nebenmetalle oder strategischer Metalle. Viele dieser Materialien entstehen als Nebenprodukte bei der Gewinnung von Massenrohstoffen und haben daher naturgemäß kleinere Märkte. Rhenium etwa fällt als Nebenprodukt der Kupferproduktion an, während Gallium bei der Herstellung von Tonerde entsteht, die wiederum für die Aluminiumproduktion benötigt wird.

Ein direktes Investment-Exposure in diesen Märkten ist für Anleger und Unternehmen daher bislang kaum möglich. Kristoff betonte jedoch, dass eine ausreichende Marktgröße der Schlüssel zur Veränderung sei: „Wenn man bei einigen dieser Produkte und Derivate eine kritische Masse erreichen könnte, dann wäre es auch der Investorengemeinschaft möglich, eine Marktmeinung abzubilden."

Historisches Vorbild: Der Nickelkontrakt der LME

Als historisches Beispiel für einen langsamen, aber letztlich erfolgreichen Reifeprozess verwies Kristoff auf den Nickelkontrakt der London Metal Exchange (LME), der 1979 eingeführt wurde. Laut Kristoff „widerspiegelte dieser aufgrund geringer Volumina und mangelnder Akzeptanz durch die Marktteilnehmer ein Jahrzehnt lang nicht wirklich die Realität des Nickelmarktes". Erst mit der Zeit gewann der Kontrakt an Bedeutung und Liquidität.

Dieses Beispiel zeigt, dass die Entwicklung liquider Derivatemärkte für neue Rohstoffe ein langer Prozess sein kann. Doch Kristoff sieht Anzeichen dafür, dass es diesmal schneller gehen könnte: „Der jüngste Fokus auf die Verfügbarkeit kritischer Metalle und Mineralien wird diesen Übergang möglicherweise beschleunigen." Geopolitische Spannungen und der globale Wettbewerb um strategische Ressourcen dürften diesen Prozess zusätzlich antreiben.

Für deutsche Privatanleger und Industrieunternehmen ist diese Entwicklung von besonderer Relevanz. Deutschland als exportorientierte Industrienation ist in Sektoren wie Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und Energietechnik stark auf eine stabile Versorgung mit kritischen Mineralien angewiesen. Neue Absicherungsinstrumente könnten künftig helfen, Preisrisiken in diesen Lieferketten besser zu managen.

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