Topps Tiles erwartet Jahresgewinn im Einklang mit Markterwartungen
Der britische Fliesenhandel Topps Tiles hält an seiner Gewinnprognose fest, obwohl der Umsatz leicht zurückging.

Der britische Fliesenhandel Topps Tiles PLC (LON: TPT) hat am Donnerstag mitgeteilt, dass der Gewinn für das Gesamtjahr den Markterwartungen entsprechen werde. Zwar ging der Umsatz wegen schwacher Nachfrage im Wohnungsbau und bei Heimwerkerprojekten leicht zurück, doch das Unternehmen hält an seiner Ergebnisprognose fest. Der Konzernumsatz einschließlich des gewerblichen Fliesengeschäfts CTD sank in den 52 Wochen bis zum 26. September um etwa 1,3 Prozent auf 292 Millionen Pfund.
Der Rückgang spiegele Schließungen von Filialen sowohl bei CTD als auch bei Topps Tiles wider, teilte das Unternehmen mit. Ohne CTD stieg der Umsatz dagegen um rund 0,7 Prozent auf 267 Millionen Pfund. Die like-for-like-Umsätze bei Topps Tiles lagen nahezu unverändert und gingen um 0,1 Prozent zurück.
Belastet wurde der Handel im vierten Quartal durch Perioden extremer Hitze. Im September habe sich der Umsatz dann verbessert, hieß es seitens des Unternehmens. Topps Tiles gab an, weiterhin besser als der allgemeine Heimwerkermarkt abzuschneiden, der laut dem Barclays UK Consumer Spend Report während des Geschäftsjahrs um etwa 1,7 Prozent eingebrochen sei. Der Report deckte den Zeitraum Oktober 2025 bis August 2026 ab.
Die Details
Die Gruppe erwartet ein bereinigtes Ergebnis vor Steuern von rund 6,6 Millionen Pfund. Das entspricht ihrem aktuellen Analystenkonsensbereich von 6,5 Millionen bis 6,7 Millionen Pfund. Der Handelsumsatz des Konzerns, einschließlich CTD, ging um etwa 1,4 Prozent zurück, da extreme Hitze die Aktivitäten von Bauunternehmern und Handwerkern im vierten Quartal vorübergehend störte.
Deutlich stärker entwickelte sich das Geschäft Pro Tiler Tools. Dort stieg der Umsatz um 18,2 Prozent auf einen Rekordwert von 42 Millionen Pfund. Auch der Umsatz aus neueren Produktkategorien mit harten Oberflächen legte um 9,1 Prozent zu, begünstigt durch die Nachfrage nach Akustikpaneelen, Außenfliesen und Duschpaneelen. Im vierten Quartal brachte das Unternehmen zudem ein Luxus-Vinylfliesen-Sortiment auf den Markt.
Das Filialnetz von CTD schrumpfte deutlich: Derzeit betreibt die Marke 23 Filialen, gegenüber 31 zum Vorjahreszeitpunkt. Als Gründe nennt das Unternehmen immobilienbezogene Entscheidungen sowie die Veräußerung von vier Filialen, die von der britischen Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (Competition and Markets Authority) angeordnet wurden.
Der Online-Anteil am Konzernumsatz stieg weiter. Im vierten Quartal entfielen 25,6 Prozent des Konzernumsatzes auf Online-Verkäufe, im gesamten Geschäftsjahr waren es 22,7 Prozent. Das ist ein Anstieg um 3,7 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr.
Topps Tiles erklärte, ein Programm zur Kostensenkung und Optimierung der Filialen abgeschlossen zu haben. Dazu gehörten Änderungen im Filialnetz, im Personalmodell und in der Struktur der Unternehmenszentrale. Auch die Integration von Fired Earth, das die Gruppe übernommen hatte, trug zum Gewinn im Laufe des Jahres bei.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 01.07.2026 berichtete aktien.news, dass Topps Tiles seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr gesenkt hatte. Als Hauptgründe nannte das Unternehmen damals extreme Hitzewellen, die zu vorübergehenden Arbeitsunterbrechungen bei Bauträgern führten, sowie eine veränderte Nachfrage hin zu günstigeren Produkten. Das Unternehmen erwartete damals für das im September endende Geschäftsjahr einen bereinigten Vorsteuergewinn von über 6,5 Millionen Pfund.
Der Konzernumsatz inklusive der im August 2024 erworbenen Marke CTD belief sich im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 auf 75,6 Millionen Pfund, wie aktien.news am 01.07.2026 weiter berichtete. Das entsprach einem Rückgang von 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Mit der nun vorgelegten Prognose von rund 6,6 Millionen Pfund liegt Topps Tiles wieder innerhalb des Analystenkonsens. Die im Sommer gesenkte Erwartung von über 6,5 Millionen Pfund wird damit übertroffen.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist die Meldung vor allem ein Signal zur Widerstandsfähigkeit des Geschäftsmodells. Der Umsatzrückgang von 1,3 Prozent fällt moderat aus, während der bereinigte Vorsteuergewinn mit rund 6,6 Millionen Pfund im Rahmen der Erwartungen liegt. Positiv hervorzuheben ist, dass Topps Tiles nach eigener Aussage besser abschneidet als der allgemeine Heimwerkermarkt, der laut Barclays UK Consumer Spend Report um etwa 1,7 Prozent einbrach.
Wachstumstreiber sind die Bereiche Pro Tiler Tools mit einem Umsatzplus von 18,2 Prozent und die neuen Produktkategorien mit harten Oberflächen, die um 9,1 Prozent zulegten. Gleichzeitig belastet die Schrumpfung des CTD-Filialnetzes von 31 auf 23 Standorte den Konzernumsatz. Der gestiegene Online-Anteil von 22,7 Prozent im Gesamtjahr zeigt, dass sich der Vertriebskanal verschiebt.
Anleger sollten beachten, dass die Aktie unter dem Ticker TPT an der Londoner Börse (LON) gehandelt wird. Die hier genannten Zahlen sind Prognosen und vorläufige Angaben des Unternehmens; eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.
Ausblick
Topps Tiles erwartet für das Gesamtjahr ein bereinigtes Ergebnis vor Steuern von rund 6,6 Millionen Pfund und damit eine Entwicklung im Einklang mit den Markterwartungen. Das Unternehmen verweist auf den abgeschlossenen Kostensenkungs- und Filialoptimierungsprozess sowie auf die Integration von Fired Earth, die zum Gewinn beitragen soll. Der Umsatz habe sich im September verbessert, teilte das Unternehmen mit. Weitere konkrete Termine für die Veröffentlichung der vollständigen Jahreszahlen nennt der Quelltext nicht.
Kurz erklärt
- Like-for-like-Umsatz: Kennzahl, die nur die Umsätze von Filialen vergleicht, die im Vorjahr bereits geöffnet waren, um Effekte aus Neueröffnungen und Schließungen auszublenden.
- Bereinigtes Ergebnis vor Steuern: Gewinn vor Steuern, bei dem Sonderposten und einmalige Effekte herausgerechnet werden, um die operative Entwicklung vergleichbar zu machen.
- Konsensschätzung: Durchschnitt der Gewinnprognosen mehrerer Analysten, an dem die tatsächlichen Unternehmenszahlen gemessen werden.
