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Target-Aktionäre lehnen unabhängigen Board-Vorsitz erneut ab

38,1 Prozent der Stimmen unterstützten den Vorschlag – mehr als 2024, aber weiterhin keine Mehrheit.

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Target-Aktionäre lehnen unabhängigen Board-Vorsitz erneut ab

Die Aktionäre des US-Einzelhandelsriesen Target haben auf der Jahreshauptversammlung am 10. Juni erneut einen Vorschlag zur Trennung von Verwaltungsratsvorsitz und Geschäftsführung abgelehnt. 38,1 Prozent der abgegebenen Stimmen entfielen auf die Initiative – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 29 Prozent, die eine vergleichbare Initiative im Jahr 2024 erzielte. Dennoch blieb die Unterstützung klar unter der erforderlichen Mehrheit.

Das Ergebnis hat unmittelbare Konsequenzen für die Führungsstruktur des Konzerns: Der frühere CEO Brian Cornell kann weiterhin als Executive Chair fungieren. Cornell hatte den Posten des Vorstandsvorsitzenden (CEO) an Michael Fiddelke übergeben und übernahm anschließend die Rolle des geschäftsführenden Verwaltungsratsvorsitzenden. Kritiker sehen in dieser Doppelkonstruktion eine unzureichende Kontrolle der Unternehmensführung.

Die Abstimmungsergebnisse wurden vom unabhängigen Prüfer Carideo Group zertifiziert. Grundlage waren rund 392,5 Millionen abgegebene Stimmen, was etwa 86,4 Prozent der ausstehenden Aktien entspricht. Alle 12 nominierten Verwaltungsratsmitglieder wurden auf der Versammlung gewählt.

Langer Kampf um Führungsstruktur

Der aktuelle Governance-Vorschlag ist keineswegs ein Einzelfall. Seit 2014 sind bei Target insgesamt sechs ähnliche Initiativen gescheitert. Den bislang höchsten Zuspruch erzielte ein solcher Antrag im Jahr 2014 mit 45,8 Prozent – ein Wert, der seitdem nicht mehr erreicht wurde. Die wachsende Unterstützung von 29 Prozent im Jahr 2024 auf nun 38,1 Prozent zeigt jedoch, dass das Thema unter Investoren zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Neben dem Governance-Antrag wurden auf der Jahreshauptversammlung zwei weitere Aktionärsvorschläge abgelehnt. Dabei handelte es sich um Anträge zur Offenlegung von Pestiziden sowie zu Mikrofaseremissionen. Reuters hatte bereits am Mittwoch unter Berufung auf zwei informierte Quellen über die Ablehnung dieser Anträge berichtet.

Target kämpft mit schwierigem Marktumfeld

Die Governance-Debatte fällt in eine wirtschaftlich herausfordernde Phase für Target. Der Einzelhändler verzeichnet im Vergleich zu seinen Wettbewerbern Walmart und Costco ein langsameres Wachstum. Veränderte Konsumausgaben und ein aggressiver Preiswettbewerb belasten das Geschäft spürbar.

Im Mai legte Target seine Quartalsergebnisse vor, die erste Anzeichen einer Erholung signalisierten. Gleichzeitig warnte das Unternehmen jedoch, dass ein schwieriges makroökonomisches Umfeld die Nachfrage weiterhin unter Druck setzen könnte. Für deutsche Anleger, die in US-Einzelhandelsaktien investiert sind, verdeutlicht der Fall Target die wachsende Bedeutung von Corporate-Governance-Fragen bei der Bewertung amerikanischer Konzerne.

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