ANZEIGE

Taiwan investiert 500 Mrd. Dollar in US-Chipproduktion

Taiwan und die USA haben ein weitreichendes Handelsabkommen geschlossen. Taiwanesische Halbleiterhersteller wie TSMC investieren 250 Milliarden Dollar in die US-Produktion und erhalten im Gegenzug deutlich reduzierte Zölle.

•• 2 Min
Taiwan investiert 500 Mrd. Dollar in US-Chipproduktion

Taiwan und die USA haben sich auf ein umfassendes Handelsabkommen geeinigt, das die Chipproduktion in den Vereinigten Staaten massiv ausbauen soll. Taiwanesische Unternehmen verpflichten sich zu Investitionen von 250 Milliarden Dollar in Halbleiter-, Energie- und KI-Produktionsanlagen auf amerikanischem Boden. Zusätzlich garantiert Taiwan Kreditlinien in Höhe von weiteren 250 Milliarden Dollar.

Deutliche Zollsenkungen für taiwanesische Chiphersteller

Im Gegenzug senken die USA ihre Zölle auf taiwanesische Exporte von 20 auf 15 Prozent. Halbleiterhersteller wie TSMC, die ihre US-Produktion ausweiten, profitieren von noch günstigeren Konditionen: Sie können während der Bauphase ihrer neuen Fabriken bis zum 2,5-fachen ihrer neuen Kapazität an Halbleitern und Wafern zollfrei in die USA importieren. Für darüber hinausgehende Mengen gilt eine Vorzugsbehandlung.

US-Präsident Donald Trump hatte den weltweit führenden Chipauftragsfertiger TSMC zuvor massiv unter Druck gesetzt, mehr in den USA zu investieren. Besonders Chips für KI-Anwendungen stehen im Fokus der amerikanischen Regierung. Taiwan weist einen erheblichen Handelsbilanzüberschuss mit den USA auf.

Keine Aushöhlung der taiwanesischen Chipindustrie

Vizepremierministerin Cheng Li-chiun betonte, das Abkommen bedeute keine Verlagerung der Lieferkette aus Taiwan. "Dies ist keine Verlagerung der Lieferkette; vielmehr ist es eine Unterstützung für Taiwans Hightech-Industrien, ihre Stärke im Ausland auszuweiten", erklärte sie in Taipeh. Die taiwanesische Chipindustrie gilt als "heiliger Berg, der das Land schützt" und ist von fundamentaler Bedeutung für die Wirtschaft der Insel.

Schutz vor künftigen Strafzöllen

Taiwan hat sich zudem Vorzugsbehandlungen bei künftigen Section-232-Maßnahmen gesichert. Dabei handelt es sich um eine laufende US-Untersuchung zur nationalen Sicherheit bezüglich Halbleiterimporte. US-Handelsminister Howard Lutnick hatte kürzlich Zölle von bis zu 100 Prozent für Unternehmen angedroht, die nicht in den USA produzieren. "Unabhängig davon haben wir unter jedem künftigen Zollszenario sichergestellt, dass die USA Taiwan die günstigste Behandlung gewähren werden", so Cheng.

Strategische Partnerschaft im KI-Zeitalter

"Wir hoffen, dass es in Zukunft heißen wird: 'Taiwan und die USA können führen'", erklärte die Vizepremierministerin. Beide Seiten wollen gemeinsam eine Hightech-Lieferkette für demokratische Länder aufbauen. Die USA sind Taiwans wichtigster Unterstützer und Waffenlieferant, auch wenn keine formellen diplomatischen Beziehungen bestehen.

Der Hintergrund des Abkommens ist auch geopolitischer Natur: China beansprucht die demokratisch regierte Insel Taiwan als sein Eigentum und schließt die Anwendung von Gewalt nicht aus. Die enge Zusammenarbeit mit den USA stärkt Taiwans Position im Technologiesektor und festigt gleichzeitig die strategische Partnerschaft beider Länder.

TaiwanTSMCHalbleiterChipproduktionUSAHandelsabkommenZölleKi-ChipsInvestitionen

Meistgelesene News

  1. Mercedes-Benz: Neue Regeln für mobiles Arbeiten stehen kurz bevor
  2. Volvo Cars kämpft mit EX60-Produktionsziel und Batterieplänen
  3. SpaceX-Aktie: Kann eine 5.000-Dollar-Investition zum Millionär machen?
  4. Ölpreise fallen: Asien importiert Höchstmenge Rohöl seit Iran-Krieg
  5. Ölpreis stabilisiert sich: USA und Iran prüfen gestaffelten Hormus-Deal

Disclaimer