Trump droht Europa mit Zöllen vor Davos-Gipfel
US-Präsident Donald Trump verschärft vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos den Ton gegenüber Europa. Der selbsternannte "Zollkönig" droht mit Handelsbeschränkungen und hält an seinen Grönland-Ambitionen fest.

Wenige Tage vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos eskaliert US-Präsident Donald Trump seine konfrontative Haltung gegenüber europäischen Verbündeten. Der selbsternannte "Zollkönig" bekräftigte seine Drohungen mit Handelszöllen und signalisierte, dass Europa sich auf wirtschaftlichen Druck einstellen müsse.
Grönland-Pläne sorgen für Irritationen
Trump veröffentlichte auf seiner Plattform Truth Social eine Reihe privater Nachrichten, die seine aggressive Strategie unterstreichen. Darunter befand sich eine Nachricht des französischen Präsidenten Emmanuel Macron mit der Frage: "Ich verstehe nicht, was Sie in Bezug auf Grönland tun." Trump machte deutlich, dass es bei seinen Grönland-Ambitionen "kein Zurück" gebe und teilte offenbar KI-generierte Bilder der US-Flagge über Grönland und Kanada.
Trotz der Eskalation bot der US-Präsident eine diplomatische Öffnung an. Er kündigte Treffen mit "verschiedenen Parteien" am Rande des Weltwirtschaftsforums in der Schweiz an, die er als "sehr interessant" beschrieb. Auf die Frage, ob die USA Gewalt zur Übernahme Grönlands einsetzen würden, gab Trump bewusst keine klare Antwort.
"Zollkönig" droht mit Handelsbeschränkungen
"Ich bin der Zollkönig, und der Zollkönig hat großartige Arbeit geleistet", erklärte Trump bei einer Veranstaltung im Weißen Haus. Die Drohungen richten sich gegen europäische Handelspartner und erinnern an seine erste Amtszeit, in der Zölle ein zentrales Instrument seiner Wirtschaftspolitik waren.
Ed Mills, Washington-Politikanalyst bei Raymond James, warnt: "Wir glauben, dass er absolut bereit ist, die Zölle zu verhängen." Allerdings könnte Trump auch extreme Maßnahmen androhen, um weniger schwerwiegende Ergebnisse durchzusetzen. Mills verwies auf frühere Drohungen, wie die angekündigten 25-Prozent-Zölle auf Handelspartner Irans, die letztlich nicht umgesetzt wurden.
Märkte reagieren verhalten
Die Finanzmärkte zeigen sich bislang unbeeindruckt von Trumps Ankündigungen. Tobin Marcus von Wolfe Research betont, die zentralen Fragen seien, ob Trump seine Drohungen ernst meine und welche wirtschaftlichen Auswirkungen zu erwarten seien. "Die Unsicherheit ist groß genug, dass wir vermuten, dass die US-Aktienmärkte das Abwärtsrisiko weitgehend als hypothetisch behandeln werden, bis wir mehr sehen", analysiert Marcus.
Mit seiner Mischung aus Drohungen und selektiver Diplomatie bestimmt Trump den Ton vor dem Davos-Gipfel und signalisiert den Märkten: Der "Zollkönig" ist zurück auf der globalen Bühne.
