Großbritannien erwägt Social-Media-Verbot für Kinder
Die britische Regierung prüft ein Social-Media-Verbot für Kinder nach australischem Vorbild. Premierminister Starmer kündigte an, dass keine Option ausgeschlossen werde, um Kinder besser vor Online-Risiken zu schützen.

Die britische Regierung unter Premierminister Keir Starmer nimmt Kurs auf strengere Regeln für Social-Media-Plattformen. Nach dem Vorbild Australiens, das im vergangenen Monat als erstes Land Social Media für unter 16-Jährige verbot, prüft London nun ähnliche Maßnahmen. "Dies ist eine äußerst komplexe Angelegenheit – daher ist es wichtig, dass sie sorgfältig geprüft wird", erklärte Starmer.
Ministerbesuch in Australien geplant
Britische Minister werden nach Australien reisen, um von den dortigen Erfahrungen zu lernen. Die Regierung untersucht dabei nicht nur ein mögliches Altersverbot, sondern auch verbesserte Alterskontrollen und die Frage, ob das derzeitige digitale Schutzalter von 13 Jahren zu niedrig angesetzt ist. Konkrete Altersgrenzen nannte die Regierung bislang nicht.
Kampf gegen süchtig machende Funktionen
Besonders im Fokus stehen Funktionen wie endloses Scrollen, die einen zwanghaften Konsum fördern könnten. "Kindheit darf nicht bedeuten, in eine Welt des endlosen Scrollens, der Angst und des Vergleichs hineingezogen zu werden", betonte Starmer. Die Labour-Regierung erwägt, solche Features einzuschränken oder ganz zu entfernen.
Online-Sicherheitsgesetz zeigt erste Erfolge
Das kürzlich in Kraft getretene Online-Sicherheitsgesetz, eine der weltweit strengsten Regelungen, zeigt bereits Wirkung. Der Anteil der Kinder, die online Alterskontrollen durchlaufen, stieg von 30 auf 47 Prozent. Gleichzeitig gingen die Besuche auf Pornografie-Websites um ein Drittel zurück.
KI-Risiken verschärfen Debatte
Die rasante Zunahme KI-generierter Inhalte hat die Dringlichkeit der Debatte verstärkt. Berichte über Elon Musks Grok AI Chatbot, der nicht einvernehmliche sexuelle Bilder auch von Minderjährigen erstellt haben soll, lösten öffentliche Empörung aus. Die Regierung plant bereits ein vollständiges Verbot KI-basierter "Nudifizierungs-Tools".
Evidenzbasierte Leitlinien für Eltern
Technologie-Ministerin Liz Kendall kündigte an, dass die Gesetze "nie als Endpunkt gedacht" waren. Die Regierung will evidenzbasierte Leitlinien zur Bildschirmzeit für Eltern von 5- bis 16-Jährigen erstellen. Separate Empfehlungen für Kinder unter fünf Jahren sollen bereits im April veröffentlicht werden.
"Wir werden mit Experten zusammenarbeiten, um die wirksamsten Maßnahmen zu ermitteln", versicherte Starmer und bekräftigte: "Keine Option ist ausgeschlossen." Die Regierung prüft weltweit Erkenntnisse, um den bestmöglichen Schutz für britische Kinder zu gewährleisten.
