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Südkoreas Chipexporte boomen – Norwegens Staatsfonds setzt auf KI

Südkoreas Halbleiterexporte wachsen rasant, während Norwegens Billionen-Fonds KI zur ethischen Investitionsprüfung einsetzt.

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Südkoreas Chipexporte boomen – Norwegens Staatsfonds setzt auf KI

Südkoreas Exportwirtschaft erlebt dank des globalen KI-Booms einen bemerkenswerten Aufschwung. Im Februar verzeichnete das Land bereits den neunten Monat in Folge Exportwachstum – Ökonomen erwarten laut einer Reuters-Umfrage einen Anstieg von 24,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das ist zwar weniger als das Januar-Plus von 33,8 Prozent – das stärkste seit August 2021 –, bleibt aber das zweitschnellste Wachstum im aktuellen Expansionszyklus.

Der Haupttreiber ist eindeutig die Halbleiterindustrie. In den ersten 20 Februartagen stiegen die Gesamtexporte um 23,5 Prozent, angeführt von einem spektakulären Anstieg der Chiplieferungen um 134,1 Prozent. Analyst Stephen Lee von Meritz Securities geht davon aus, dass das Halbleiterexportwachstum im ersten Halbjahr die Marke von 100 Prozent übertreffen könnte – gestützt durch steigende Chippreise und niedrige Lagerbestände in Südkorea und Taiwan.

Die Exportzahlen nach wichtigen Handelspartnern unterstreichen die Dynamik: Lieferungen nach China legten um 30,8 Prozent zu, in die USA um 21,9 Prozent und in die EU um 11,4 Prozent.

Schwäche außerhalb des Chipsektors

Trotz der positiven Gesamtentwicklung bleibt das Wachstum außerhalb des Technologiesektors hinter den Erwartungen zurück. Maschinenbau und Automobilindustrie leiden unter den Auswirkungen von Zöllen, was die starke Abhängigkeit der südkoreanischen Wirtschaft vom Hightech-Sektor verdeutlicht. Die Bank of Korea reagierte dennoch positiv: Sie hob ihre Wachstumsprognose für 2024 von 1,8 auf 2,0 Prozent an und ließ den Leitzins unverändert.

Auf der Importseite wird ebenfalls ein deutliches Plus von 13,0 Prozent erwartet, nach 11,6 Prozent im Januar. Dennoch dürfte der Handelsüberschuss auf 10,0 Milliarden US-Dollar steigen – nach 8,71 Milliarden im Vormonat. Zu beachten ist, dass die Daten durch die Lage des Mondneujahrs verzerrt sein könnten: Im Februar gab es nur 19 Arbeitstage statt 22 im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Südkoreas Regierung bekräftigte zudem ihre Absicht, das im November mit Washington vereinbarte Handelsabkommen trotz jüngster Unsicherheiten durch ein US-Gerichtsurteil zu den Trump-Notstandszöllen umzusetzen.

Norwegens Staatsfonds nutzt KI für ethische Prüfung

Parallel dazu vollzieht Norwegens Staatsfonds Norges Bank Investment Management (NBIM) einen bedeutenden technologischen Schritt. Der rund 2,2 Billionen US-Dollar schwere Fonds – der größte Staatsfonds der Welt – setzt nun auf das KI-Modell Claude des US-Unternehmens Anthropic, um Beteiligungen auf Reputations- und Ethikrisiken zu überprüfen. NBIM hält Anteile an rund 1,5 Prozent aller weltweit börsennotierten Unternehmen.

Seit November 2024 integriert das ESG-Risikoüberwachungsteam des Fonds das Claude-Modell in den täglichen Betrieb. Jedes neu aufgenommene Unternehmen wird ab dem ersten Tag im Portfolio automatisch gescreent, Portfolio-Manager erhalten täglich KI-generierte Risikoberichte. Besonders wertvoll ist dies bei kleineren Unternehmen in Schwellenländern, wo lokale Medienberichterstattung oft rar ist.

Diese Maßnahme folgt auf eine Kontroverse um Desinvestitionsentscheidungen des Fonds. NBIM hatte sich aus Positionen beim US-Maschinenbauer Caterpillar sowie fünf israelischen Banken zurückgezogen – mit Verweis auf mutmaßliche Beiträge zu Menschenrechtsverletzungen in palästinensischen Gebieten. Das US-Außenministerium zeigte sich „sehr beunruhigt

FinanzenMarktbericht

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