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Südafrikas Aufstieg zum grünen Wasserstoff-Hub: Großprojekte und Strategie

5,8-Milliarden-Dollar-Projekt in Coega erreicht Meilenstein – Regierung stellt sechs Prioritätsprojekte vor.

3 Min
Südafrikas Aufstieg zum grünen Wasserstoff-Hub: Großprojekte und Strategie

Südafrika treibt seine Ambitionen im Bereich der grünen Energie mit Nachdruck voran. Im Zentrum dieser Entwicklung steht das 5,8 Milliarden US-Dollar schwere Projekt von Hive Hydrogen South Africa in Coega, das nun einen wichtigen Meilenstein erreicht hat. Wie das Unternehmen bekannt gab, wurde der Auftrag für das Front-End Engineering Design (FEED) an das spanische Unternehmen Técnicas Reunidas vergeben.

Das Projekt, das von Hive Energy (Großbritannien) und Built Africa unterstützt wird, gilt als Leuchtturmprojekt für Südafrika und als Flaggschiff der EU-Initiative „Global Gateway“ im Land. Die Anlage in Gqeberha soll jährlich eine Million Tonnen grünes Ammoniak für den nationalen und internationalen Markt produzieren.

Die Energieversorgung erfolgt über ein eigenes, netzgekoppeltes System aus Wind- und Solarkraftwerken mit einer Kapazität von 2.930 MW. Laut Hive-Hydrogen-Chef Thulani Gcabashe ist das Ziel, weltweit das kostengünstigste grüne Ammoniak zu produzieren.

FEED-Phase als entscheidender Schritt

Die FEED-Phase, die im kommenden Monat in der Nelson Mandela Bay beginnt, ist ein entscheidender Schritt in Richtung der endgültigen Investitionsentscheidung (FID). Das Unternehmen verfolgt dabei eine Strategie, bei der der FEED-Auftragnehmer bei erfolgreichem Abschluss direkt in die EPC-Phase (Engineering, Procurement and Construction) übergehen soll.

Für diese Bau- und Beschaffungsphase wird ein Volumen von etwa 1,8 Milliarden US-Dollar veranschlagt. Dies unterstreicht die Dimension des Vorhabens, das zu den größten grünen Wasserstoffprojekten in Afrika zählt.

Parallel dazu hat die südafrikanische Regierung ihre nationale Strategie konkretisiert. Auf dem „African Green Hydrogen Summit 2026“ in Kapstadt stellte der Minister für Elektrizität und Energie, Dr. Kgosientsho Ramokgopa, die ersten sechs Prioritätsprojekte aus dem nationalen „Green Hydrogen Deal Book“ vor. Dieses Verzeichnis soll Investoren und Partnern die Glaubwürdigkeit und Bankfähigkeit der Projekte verdeutlichen.

Sechs Prioritätsprojekte im Überblick

Neben dem Hive-Hydrogen-Projekt in Coega umfasst diese erste Welle mehrere vielversprechende Vorhaben:

  • Das e-SAF-Projekt (nachhaltiger Flugkraftstoff) von Phelan Green in Saldanha Bay, das mit 100 Millionen US-Dollar Eigenkapital ausgestattet ist
  • Ein Projekt zur grünen Eisen- und Stahlproduktion in Saldanha
  • Das Prieska Power Reserve Projekt im Northern Cape für den heimischen Markt
  • Den „Green Methanol Corridor“ in Gauteng für den Export nach Europa
  • Das Projekt „Green Hydrogen Solutions“ im Eastern Cape, das bereits eine abgeschlossene FEED-Phase vorweisen kann

Minister Ramokgopa betonte, dass der Status als Prioritätsprojekt keine Garantie für eine Investitionsentscheidung sei, sondern eine gezielte Unterstützung durch die Regierung biete. Er warnte jedoch, dass bei wiederholtem Verfehlen von Meilensteinen Ressourcen auf andere, vielversprechendere Projekte umgeleitet würden.

Herausforderungen und Chancen

Der Minister räumte zudem ein, dass die staatliche Koordination weiter verbessert werden müsse, um die Projektentwicklung zu beschleunigen. Südafrika verfüge zwar über exzellente natürliche Ressourcen, Platinmetalle und eine etablierte industrielle Basis, doch müsse dieser Vorteil durch eine kohärente Plattform aus Infrastruktur, Finanzierung und klaren Abnahmeverträgen erst noch in marktfähige Produkte umgewandelt werden.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung in Südafrika von besonderem Interesse. Die Bundesrepublik setzt massiv auf grünen Wasserstoff als Energieträger der Zukunft und ist auf Importe angewiesen. Südafrika mit seinen hervorragenden Bedingungen für Solar- und Windenergie könnte zu einem zentralen Lieferanten werden.

Die EU-Initiative „Global Gateway“, die das Hive-Projekt als Flaggschiff führt, zeigt zudem die strategische Bedeutung des Standorts für die europäische Energieversorgung. Sollte das Projekt die geplanten Kostenziele erreichen, könnte grünes Ammoniak aus Südafrika tatsächlich zu den günstigsten weltweit gehören und damit die Energiewende in Europa entscheidend voranbringen.

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