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Straße von Hormus: USA starten „Project Freedom" für blockierte Schiffe

Trump kündigt Militäreinsatz zur Befreiung von rund 900 festsitzenden Schiffen an – Märkte reagieren verhalten.

3 Min
Straße von Hormus: USA starten „Project Freedom" für blockierte Schiffe

US-Präsident Trump hat am Montag überraschend den Start von „Project Freedom" angekündigt. Ziel der Operation ist es, rund 900 in der Straße von Hormus festsitzenden Schiffen zu helfen, die iranischen Stellungen zu passieren. Details zur genauen Vorgehensweise ließ Trump zunächst offen.

Das US Central Command (CentCom) veröffentlichte jedoch eine Pressemitteilung mit konkreten Angaben. Demnach sollen Lenkwaffenzerstörer, über 100 land- und seegestützte Flugzeuge, domänenübergreifende unbemannte Plattformen sowie 15.000 Einsatzkräfte zum Einsatz kommen. Dies deutet auf eine militärische Intervention in der strategisch bedeutsamen Meerenge hin, um die blockierten Handelsschiffe herauszuführen.

Diskutiert wird unter anderem ein Konvoisystem – also die geordnete Begleitung von Handelsschiffen durch Kriegsschiffe. Experten zweifeln jedoch an der Durchführbarkeit: Die Straße von Hormus ist eine äußerst schmale Wasserstraße, und iranische Streitkräfte kontrollieren das gesamte Nordufer des Golfs. Ob die US-Marine über genügend geeignete Schiffe für eine solche Operation verfügt, ist ebenfalls unklar.

Märkte reagieren abwartend

Laut einem Bericht von Axios würde die Operation nicht zwangsläufig die direkte Eskortierung privater Schiffe durch Navy-Schiffe beinhalten. Zudem ist fraglich, ob Schiffseigentümer und Besatzungen angesichts von Berichten über zwei Angriffe auf Schiffe seit Sonntag überhaupt bereit wären, die Meerenge zu befahren. Ein Blick auf Schiffsverfolgungswebsites zeigt bislang keine Anzeichen dafür, dass sich Schiffe formieren, um die Passage zu wagen.

Die Zahlen verdeutlichen das Ausmaß der Krise: Am 2. Mai überquerten lediglich 12 Schiffe die Meerenge – fünf einlaufende und sieben auslaufende. Vor dem Konflikt lag der tägliche Durchschnitt bei 138 Schiffen. Die Straße von Hormus gilt als einer der wichtigsten Energiekorridore der Welt; ein erheblicher Teil des globalen Ölhandels verläuft durch diese Wasserstraße.

Der Ölpreis reagierte zunächst mit einem Rückgang von mehr als 2 Prozent, erholte sich jedoch rasch wieder. Brent-Rohöl notiert bei rund 108 US-Dollar pro Barrel, US-Rohöl knapp unter 102 US-Dollar. Europäische und US-amerikanische Aktien-Futures liegen einen Hauch fester, der Dollar bewegt sich kaum – die Märkte halten sich mit einer klaren Einschätzung der Lage zurück.

Vollgepackte Woche für Anleger

Abseits der geopolitischen Entwicklungen stellen sich die Märkte auf eine ereignisreiche Woche ein. Mehr als 100 Unternehmen berichten über ihre Quartalsergebnisse, darunter bekannte Namen wie Advanced Micro Devices (AMD), Super Micro Computer, Palantir, Walt Disney und McDonald's. Besonders AMD steht im Fokus: Der Aktienkurs ist in den vergangenen Wochen um 80 Prozent gestiegen – entsprechend hoch sind die Erwartungen an optimistische Aussagen des Unternehmens.

Auf der Datenseite führen in den USA die Handelszahlen, der ISM-Dienstleistungsindex, JOLTS-Daten, Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie die ADP-Beschäftigungszahlen auf den mit Spannung erwarteten Arbeitsmarktbericht am Freitag hin. Die Medianschätzungen liegen bei einer Arbeitslosenquote von 4,3 Prozent und einem Stellenaufbau von 60.000 – die Bandbreite der Schätzungen reicht jedoch von minus 15.000 bis plus 135.000, was auf erhebliche Unsicherheiten bei der saisonalen Bereinigung hindeutet.

Notenbanken im Blickpunkt

Ein sehr schwacher Arbeitsmarktbericht wäre nötig, um die Hoffnung auf eine Zinssenkung der US-Notenbank Fed in diesem Jahr wiederzubeleben. Zuletzt stimmten drei Mitglieder des Offenmarktausschusses (FOMC) gegen eine Lockerungstendenz. John Williams, der einflussreiche Präsident der Federal Reserve Bank of New York, wird sich am Montag zu Wort melden.

Auch andere Zentralbanken rücken in den Fokus: Mehrere Vertreter der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bank of Canada (BoC) sprechen am Montag. EZB-Präsidentin Christine Lagarde und Direktoriumsmitglied Piero Cipollone nehmen am Eurogruppen-Treffen in Brüssel teil; zudem wird der EZB-Jahresbericht 2025 vorgestellt. Die australische Zentralbank tritt am Dienstag zusammen – eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf 4,35 Prozent gilt mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 80 Prozent als sicher, was die dritte Erhöhung in Folge wäre.

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